Dünn war ich besser und schöner!

Ich hatte eine Essstörung – als Kind. Als Jugendliche. Früher. Ich kann es gar nicht zeitlich begrenzen. Ich weiß nur, dass es relativ früh anfing, dass ich kein gutes Verhältnis zu Essen hatte. Schon immer stand das gemeinsame Essen im Mittelpunkt meiner Familie. Essen war Gesellschaft. Essen war ein Ereignis. Essen war lecker. Aber Essen war auch immer irgendwie gefährlich. Denn von Essen nahm ich zu. Ich sowieso, im Gegensatz zu meinem Bruder, dem meine Mutter Magnum-Eis in den Smoothie pürierte, damit er endlich etwas ansetzte. Ich jedoch wurde oft ermahnt. Das Nutella-Glas stand immer bei meinem Bruder. Ich durfte es zwar essen, aber ich wusste ja auch, was dann passierte… Ja, ich wusste es, ich nahm zu. 

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