Erziehung braucht keine Namenskette

Ich stehe in der Küche und putze die Arbeitsplatte. Alma steht hinter mir und putzt mit dem Geschirrtuch den Fußboden. Mir fällt das dreckige Küchenpapier runter – vor Almas Füße. Bevor ich mich bücken kann, um das Tuch aufzuheben, hat Alma es schon in den Fingern und läuft damit Richtung Mülleimer. Ich schaue ihr verdutzt hinterher. Sie macht mit einer Hand den Mülleimer auf, mit der anderen Hand lässt sie das Tuch in den Eimer sinken, klatscht kurz in die Hände, lobt sich selber und kommt wieder zurück zu mir, um mit dem Geschirrtuch weiter zu schruppen. Diese Situation ist beängstigend schön. Ist mein Baby doch jetzt schon so groß, dass sie uns alles nachmachen kann und uns imponieren will. Dort in der Küche, als ich erstaunt mein kleines Mädchen beobachte, fällt mir ein Satz ein, den ich vor kurzem gehört habe: Unsere Kinder wollen uns immer gefallen, auch wenn sie es manchmal nicht zeigen können. Eine Erkenntnis, die mir den einen oder anderen Wutausbruch seitens Alma schon jetzt erleichtert hat. Und solch eine Situation in der Küche zeigt mir, dass wir so, wie wir miteinander umgehen, wohl alles richtig machen. Weiterlesen „Erziehung braucht keine Namenskette“

Ist ein Kind der Anfang vom Ende?

Ein Kind ist ein Liebestöter. Und das sogar viel mehr als diese weißen Rippunterhosen. Ein Kind stört immer dann, wenn es die Klappe halten sollte – quasi die Zigarette, die man sich anmacht, bevor das Essen kommt. Ein Kind macht einen müde, zu müde, um mit dem Partner zu kuscheln und ein Kind, ja das bringt oftmals die genervte, schlechte Stimmung zum Vorschein. Viel und oft wurde ich gewarnt und habe mir schlussendlich viel Sorgen gemacht. Doch was ist eigentlich dran, an dem Vorurteil: Ein Kind ist das Ende deiner Beziehung? Weiterlesen „Ist ein Kind der Anfang vom Ende?“

Unerzogen nervt!

Trends gibt es immer mal wieder, das ist nichts Neues. Ich gehe auch gerne mal den einen oder anderen mit. Doch finde ich nicht gleich alle anderen Menschen auf unserem Erdball, die diesen nicht mitgehen, scheiße. Ein neuer Modetrend, wie ein Jeansschnitt ist außerdem nicht unbedingt damit zu vergleichen, wie wir unsere Kinder erziehen – hoffentlich sehe nicht nur ich das so. Denn leider kommt es mir gerade fast so vor: Mode- oder Reisetrends sind etwas für Kinderlose. Sobald der Storch angeklopft hat, wird darüber gelesen und philosophiert, wie man doch die Brut aufzieht. Sobald die Mutter geworfen hat, werden alle neumodischen „Erziehungs“-modelle als Hashtag bei Instagram gesucht, um sich eine Base an Trendbegleitern aufzubauen: Die Antierziehung als Nonplusultra, das Kinder-sich-selbst-überlassen als Standard. Wo soll das hinführen? Überall liest und hört man von Eltern, die es für richtig halten ihr Kind (Achtung O-Ton) lieber zu lieben anstatt zu erziehen. Abgesehen davon, dass diese Aussage keinen Sinn ergibt, mache ich mir um so mehr darüber Sorgen, wie unverschämt diese Eltern sich gegenüber denen verhalten, die ihrem Kind auch das Wort „Nein“ beibringen und somit lieber „erziehen statt lieben“. Auch wenn es mich müde macht darüber zu diskutieren, muss ich mir heute Luft machen. Liebe Möchtegern-Übermuttis: „#beziehungstatterziehung“ – ich kann es nicht mehr hören! Weiterlesen „Unerzogen nervt!“

Freundschaft plus. Geht das gut?

Ohne jegliche Zweifel habe ich im Februar 2017 meinen Freundinnen erzählt, dass ich ein Kind bekommen werde. Dieses Gerücht, ein Kind würde die Freundschaft belasten, wird bei mir nicht zutreffen, da war ich mir sicher! Und nun – knapp ein Jahr später – sitze ich in meinem Wohnzimmer und schreibe diesen Text, einen Text über meine Freunde und mich. Mein Leben hat sich drastisch verändert. Ist schöner geworden und lebendiger und mit mindestens zwei Menschen weniger in meinem Leben, als noch vor dem Baby. Spannend an der ganzen Sache ist, dass Alma damit am wenigsten zu tun hat. 

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Das magische Band

 Manchmal gibt es Tage, da bin ich fragend, wütend, lustig, traurig, erfüllt, besorgt…  diese Liste kann ich noch lange weiterführen. Und nicht nur mir geht es so, sondern euch allen. Egal ob klein oder groß, jung oder alt. Wir haben alle Stimmungen, die wir durchleben. Und so bin ich einen Tag voller Kraft und Laune, freue mich auf den kommenden Tag – mich kann sozusagen nichts aus der Fassung bringen – und den nächsten Tag bin ich verärgert, dass besonders von uns Mamas verlangt wird, immer gut gelaunt zu sein und mit seinem Kind jeden Tag auf Wolke 7 zu schweben. Denn jeder weiß (und besonders die, die behaupten es wäre nicht so), dass unsere Stimmung und die unseres Kindes dies nicht zulässt. Weiterlesen „Das magische Band“