Wie wird es bloß werden… – Das Kennenlernen

Ich hatte mindestens genauso viel Respekt vor der neuen Situation, wie dass ich mich darauf gefreut habe. Zwei Kinder. Ich kann mich noch genau daran erinnern, daran, dass ich mit der kleinen Baby-Alma auf dem Arm dachte: wie zur Hölle soll das Ganze denn bloß mit zwei Babys funktionieren? Damals, als mein erstes Kind noch sehr klein war, war mir also klar, dass es erstmal noch sehr lange dauern wird, bis Alma große Schwester wird. Und dann wurde schnell alles sehr viel einfacher, Alma größer und ohne, dass ich es gemerkt habe, kam in uns der Wunsch nach einem zweiten Kind auf. Als es dann soweit war, ich schwanger wurde und uns somit bewusst wurde: da kommt noch ein Baby, kam sofort wieder der Gedanke von damals hoch… wie zur Hölle soll das Ganze denn bloß mit zwei Babys funktionieren? Und direkt danach die Freude, dass hier bald zwei Menschen wohnen, die wir erschaffen haben. Wahnsinn. Kaum vorzustellen. Wie wird es bloß werden…

Ich hatte nie ein gutes Bild von einer Geschwisterbeziehung im Kopf. Was ganz klar daran liegt, dass ich eine nicht so einfache Geschwisterbeziehung mit meinem fast gleichaltrigen Bruder hatte – als wir Kinder waren. Und so speicherte ich für mich ab: Das mit Geschwistern ist nicht immer schön, sondern ganz oft auch anstrengend – für die Eltern und die Kinder. Daher probiere ich, Eifersucht und Reiberein zu verhindern anstatt sie zu fördern. Ich habe schon einmal darüber geschrieben, aber ob meine Ideen und Pläne aufgehen, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen, doch eins ist jetzt schon klar: Alma freute sich die ganze Schwangerschaft wie verrückt auf das Baby in Mamas Bauch und ist jetzt – seit fünf Wochen – die absolute tollste Schwester, die ich mir hätte vorstellen können. Doch von Anfang an…

In der Schwangerschaft haben wir extrem darauf geachtet, Alma mit einzubeziehen. Sie durfte jeden Tag Mamas Bauch einölen, mit dem Baby sprechen, es durch meinen Bauchnabel füttern und ihrem Bruder ihrer liebsten Tonies vorspielen. Mit Büchern haben wir versucht zu visualisieren, was gerade passiert und auf was sie sich einstellen kann. Ich habe ihr erklärt, dass sich bald einiges ändert, sie aber immer mein Baby bleibt und gehofft, dass sie mich versteht.

Am meisten gefreut habe ich mich die ganze Schwangerschaft über auf den Moment, wenn Alma ihren Bruder das erste Mal sieht. Auf den Moment freute ich mich sogar fast mehr, als auf den, wo ich ihn das erste Mal sehe. Meine Kinder zusammen, Almas Augen, wenn sie sieht, was für ein Geheimnis in Mamas Bauch gewachsen ist. Drauf habe ich 10 Monate lang hin gefiebert. Und dann war er da…

Ich konnte ambulant entbinden und war somit wenige Stunden nach der Geburt wieder zuhause. Es war vormittags und wir baten meine Mama, die auf Alma aufpasste, dass sie eine Runde mit ihr spazieren geht. Also konnten wir entspannt in unser zuhause mit Baby Bruno. Ich machte es mir im Bett mit Bruno gemütlich und stellte noch schnell meine Kamera auf, um den Moment festzuhalten. Hörby stand bereit, um Alma in Empfang zu nehmen. Und dann kam sie, war ganz aufgeregt und fragte noch im Hausflur nach Mama. Hörby erklärte ihr, dass ich mit Bruno im Bett bin. Und dann kam sie ganz leise angeschlichen und versicherte sich zuerst, dass es mir gut geht und schaute dann gespannt auf diesen kleinen Minimenschen, der zwischen meinen Beinen lag. Ein wenig schüchtern, verunsichert und voller Aufregung scannte sie die Situation und krabbelte ins Bett auf meinen Schoß. Ich erklärte ihr, dass das ihr Bruder Bruno ist und ermutigte sie, ihn anzufassen. Sie zögerte einen kleinen Moment und streichelte dann vorsichtig über seinen Pullover. Danach schaute sie mich an und strahlte über beide Ohren. Ich glaube, dass sie da begriffen hat, dass das wirklich ein kleiner Mensch ist, der da liegt. Ihr Bruder.

Seitdem sind die beiden unzertrennlich. Alma hält 24/7 Brunos Hand und kümmert sich aufopferungsvoll um ihn – damit meine ich, dass sie ihre Bedürfnisse immer hinter die ihres Bruder stellt, was ich wirklich erstaunlich finde. Sie möchte zum Beispiel morgens erst frühstücken, wenn Bruno satt ist und sucht erst ihren Schnuller im Kissenchaos im Bett, wenn Bruno seinen im Mund hat. Wenn Bruno quengelt ist sie die erste, die bei ihm ist und ihm sagt: „Alles ist gut Bruno“ und Bruno ist der Erste, der morgens einen Kuss bekommt und der Letzte, dem abends „Gute Nacht“ gesagt wird. Bis jetzt: Ein Herz und eine Seele. So wie es im Bilderbuch steht. Ich bin gespannt auf die Zeit, in der Bruno anfängt ihre Legotürme umzukippen.

Autor: mamaaempf

Mamaaempf ist ein Familienblog aus Hamburg. Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude. Zwischen Frau sein, Familienglück und Nervenzusammenbrüchen.

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