Geburtsbericht Teil II – Immer an meiner Seite

13 Uhr. Bis mir der Ballon herausfällt, sollte ich auf der Station warten und kam in ein Zimmer mit einer anderen schwangeren Frau – immer an meiner Seite Hörby. Die Frau war nett und sehr ruhig. Doch als wir einen Moment alleine hatten, Hörby für mich etwas zu essen geholt hatte, fragte ich sie, warum sie hier sein muss und sie erzählte mir von ihren Komplikationen, die sie nun bis zu Geburt ans Bett fesseln werden. Sie war zurzeit in der 28. Schwangerschaftswoche und keiner machte ihr große Hoffnungen, dass sie noch lange schwanger sein wird.

Ich sprach ihr Mut zu und erzählt ihr, dass auch ich oft gezweifelt habe, die Ärzte noch viel mehr, dass aber alles gut gegangen ist und es bei ihr auch so sein wird. Sie nickte und schluckte gleichzeitig. Wenige Zeit später lagen wir uns jedoch weinend in den Armen, denn nachdem eine Kinderärztin die Frau an ihrem Krankenhausbett darüber aufklärte, wie es um ihr Baby steht, wenn es jetzt zur Welt kommt, konnte auch ich nicht mehr innehalten. Es war wie ein Déjà-vu, was da gerade einen Meter nehmen mir passierte. So schrecklich und irgendwie fühlte es sich für mich wie ein Reminder an. Eine Erinnerung daran, wie dankbar ich sein kann, heute am errechneten Entbindungstermin noch schwanger zu sein. Nachdem die Ärztin weg war, versuchte ich der Frau so viel Kraft und Zuversicht wie möglich zu schenken. Ich hoffe sehr, dass alles gut gegangen ist.

17 Uhr. Ich saß immer noch in meinem Bett und aß ein Brötchen nach dem anderen. Bei Alma hatte ich unter der Geburt so einen schlimmen Hunger, dass ich dieses Mal vorsorgen wollte und aß. Immer wieder hatte ich leichte Wehen, die aber total auszuhalten waren und mir nicht das Gefühl gaben, dass es bald losgehen könnte. Meine Mutter fragte, ob sie noch einmal mit Alma vorbeikommen sollte, denn unser kleines großes Mädchen vermisste uns. Da es mir noch sehr gut ging, sagte ich ihr, dass ich mich freuen würde und wartete gespannt darauf, dass sie noch ein letztes Mal meinen Babybauch streicheln würde.

19 Uhr. Alma und meine Mama waren da und wir entschieden uns dazu, ein wenig durchs Krankenhaus zu laufen, denn bei mir gab es immer noch keine großen Veränderungen. Und so langsam wurde die Zeit knapp. Denn Hörby durfte nur bis 21 Uhr bei mir bleiben, dann war die Besuchszeit auf der Station vorbei und in den Kreißsaal durfte ich ja erst, wenn der Ballon herausgefallen war. Dass die Geburt in dieser Nacht noch losgeht, war aber sehr wahrscheinlich. Dazu kam, dass die Fahrtzeit ins Krankenhaus von uns zuhause etwas über 30 Minuten beträgt und beim zweiten Kind weiß man ja nie, ob es dann schlussendlich nicht doch sehr schnell geht. Also wer wusste schon, ob Hörby, falls er nach Hause fährt, es noch rechtzeitig schaffen würde, zu uns zu kommen. Daher wollten wir nachhelfen und liefen Treppen, zum Bäcker, die Flure entlang und durch den großen Eingangsbereich des Krankenhauses, als es plötzlich plopp machte und ich ziemlich entsetzt feststellte, dass ich eine große Wasserbombe in der Hose hatte. Der Ballon hatte sein Soll getan und sich verabschiedet. Wahnsinn. Jetzt war ich aufgeregt (und konnte nicht mehr laufen, denn mit so einem prallen Ballon in der Unterhose, kriegt man die Beine nicht mehr voreinander). Also ging es ab aufs Zimmer, ich sagte der Krankenschwester Bescheid, machte mich kurz frisch und wurde abgeholt, um in den Kreißsaal zu fahren. Mit Hörby. Meine Mama und Alma wurden noch einmal kräftig gedrückt, mit dem Wissen, dass es jetzt wirklich das letzte Mal vor der Geburt sein wird.

Autor: mamaaempf

Mamaaempf ist ein Familienblog aus Hamburg. Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude. Zwischen Frau sein, Familienglück und Nervenzusammenbrüchen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s