Nicht noch ein Familienbett…

Beim zweiten Kind ist alles anders. Ja, unterschreibe ich. Denn schon jetzt in der Schwangerschaft merke ich, dass wirklich kaum etwas der ersten Schwangerschaft ähnelt. Nun, mit der Erfahrung durch Kind Nummer eins weiß man auch einfach besser Bescheid. Hinterfragt nicht mehr so viel, achtet mehr auf sich. Ich freue mich nicht weniger, nein, vielleicht sogar mehr, bin aber nicht mehr so aufgeregt. Ich brauche mir nicht in der 20. Schwangerschaftswoche einen Kinderwagen zu kaufen, weil ich weiß, dass der in der eh 39. Schwangerschaftswoche erst parat stehen sollte. Ich weiß, dass ich nicht timen kann, wann die Geburt los geht, wann ich ins Krankenhaus muss, noch nicht einmal, in welches Krankenhaus ich fahren werde. Dieses Mal weiß ich, dass ich vieles einfach auf mich zukommen lassen muss und mein zweites Kind vielleicht auch ganz anders als mein erstes wird. Also verbringe ich die Wochen gelassener. Mache mir weniger Stress, weniger Gedanken und versuche die ruhigen Tage zu genießen. Und doch kommen natürlich ab und an Ideen in meinen Kopf, wie wir unser Familienleben zu viert effizienter gestalten könnten.

Hörby lacht mich heute noch aus, wenn wir darüber reden, dass ich in der 17. Schwangerschaftswoche bei unserer Tochter Alma angefangen habe, die Babyecke zu streichen. Denn damals hatten wir eine winzige Wohnung, bestehend aus zwei Zimmern, die miteinander verbunden waren. Alma sollte im Wohnzimmer eine Babyecke bekommen, denn ich wollte unbedingt etwas für sie herrichten. Mein Nestbautrieb übermannte mich schon wirklich früh. Und so lebten wir die halbe Schwangerschaft mit Stubenwagen im Wohnzimmer. Ich fands schön. Hörby lustig und Alma… die hat die Babyecke bis zum Auszug nicht interessiert. Da war sie sechs Monate alt und war einzig und allein damit beschäftigt, ihren mobilen Plastikspielbogen zu bestaunen. Spätestens da durfte ich mir dann anhören, dass sich meine Umräum- und Streichaktion wirklich gelohnt hat. Naja, heute gebe ich zu: Es musste nicht sein, aber in dem Moment hat es mir wirklich gefallen.

Genauso hat es mir damals gefallen, dass wir einen Kinderwagen auf dem Dachboden stehen hatten. Für alle Fälle und so. Oder ich in meinem Nestbauwahn stundenlang Mobiles gebastelt habe.

Alles Dinge, die ich dieses Mal nicht mache. Denn ich weiß, dass mich das alles nicht wirklich entspannter macht und mein Baby nicht glücklicher. Ich weiß, dass dieser kleine Mensch erstmal nur uns braucht. Ein, zwei gemütliche Schlafmöglichkeiten und wenig Zubehör. Alles andere besorge ich für mich, das ist mir dieses Mal bewusst.

Daher wird es auch kein Babyzimmer gehen – wahrscheinlich sogar gar kein zweites Kinderzimmer, denn in der Theorie finde ich es schön, wenn die beiden sich ein Zimmer teilen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das bis zu einem gewissen Punkt (zum Beispiel der Schulzeit) super klappen kann. Ich stelle es mir schön vor, wenn unsere Kinder zusammen schlafen und ein Zimmer voller Spielsachen haben, eine große Malecke und einen Ort, wo sie zusammen sein können. Natürlich weiß ich aber, dass vieles auch Illusion ist und es ganz anders kommen kann. Dass sich die beiden zerfleischen könnten und überhaupt nicht miteinander auskommen. Es kann sein, dass die beiden in einem Zimmer nicht zusammen schlafen können, nicht zur Ruhe kommen oder, oder, oder. Aber wisst ihr was? Dass weiß ich spätestens, wenn wir es ausprobiert haben und frühstens, wenn das Zitronenbaby so alt ist, dass die beiden etwas mit einander anfangen können. Ein gemeinsames Zimmer kommt für uns daher eh erst ab einem Jahr in Frage und davor schläft das Baby bei uns im Bett.

Und somit kommen wir schon zu Punkt zwei der Dinge, die ich dieses Mal von vornherein anders machen werde – und es fällt mir nicht leicht, das zuzugeben. Denn ich fand ein Familienbett immer ein wenig befremdlich. Und damit meine ich nicht, dass eine Familie zusammen im Bett schläft, sondern, dass man sich ein Bett baut, dass so groß ist, wie ein ganzer Raum, damit alle genug Platz haben. Irgendwie wollte ich mir mein „schönes Bett“ ganz für mich und meinen Mann alleine bewahren. Doch musste ich auch hier feststellen, dass das in der Realität anders sein wird und anders wunderschön ist. Wir wollen, dass unsere Kinder so lange bei uns schlafen, wie sie wollen. Wir liebes es, wenn unsere Tochter nachts in unser Bett kommt und fühlen uns in keinster Weise gestört. Doch ein Platzproblem herrscht trotzdem. Zurzeit ist unser 1,80 Meter Bett noch ausreichend – irgendwie. Doch mit zwei Kindern wirklich zu klein. Also muss ich zugeben, dass etwas dran ist, an diesen Monsterbetten, die eher nach Übernachtungsparty aussehen. Auch erst die Tage kam in mir die Frage auf, wo das Baby denn nachts sein wird und die erste Antwort, die mir in den Kopf kam, war, dass es in einem Beistellbett schlafen wird. Aber wir wissen alle, wie gut das wirklich klappt und dann auch nur wenige Monate, dann möchte und soll es auch zu uns kommen. Spätestens dann müssen wir anbauen und können dies ja eigentlich auch von Anfang an machen und uns das Beistellbett sparen. Eine DIY-Variante wird es, die ich probiere irgendwie gemütlich und einladend zu gestalten. Mal sehen ob mir das gelingt.

Klar ist aber, dass ich gelernt habe, Prinzipen über Bord zu werfen, mich nicht verrückt machen lasse und gelernt habe, dass es sehr viel wichtigere Dinge gibt, als alles an Power in die perfekte Babyausstattung zu stecken. Schlaf zum Beispiel… den ich mir dieses Mal viel mehr gönne.

 

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

Ein Gedanke zu „Nicht noch ein Familienbett…“

  1. Viel Erfolg beim Anbauen! Hier war/ist es auch manchmal arg eng und oft verkrümelt sich dann ein Erwachsener ins Kinderzimmer, wenn beide hier schlafen 😉 Wir haben übrigens auch ein gemeinsames Zimmer für unsere Töchter, die 5 und 6 Jahre alt sind. Hier ist das schön so ❤

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