Na was wird’s denn jetzt?

Als ich mit meiner Mutter im Krankenhaus war und die Ärzte den vierten Ultraschall innerhalb von zwei Tagen gemacht haben, die Ärztin sagte, dass alles okay sei, sich das Baby aber im Detail anschaute, hielt es meine Mutter nicht mehr aus und fragte die Ärztin: „Haben sie da gerade „er“ zum Baby gesagt?“ Die Ärztin schaute darauf zu mir und erkannt – glaube ich – in meinem Blick, dass sie diese Frage nicht beantworten muss und das tat sie auch nicht. Es kam nur ein: „Ich konnte es nicht erkennen.“

Seit Wochen habe ich auf meiner to-do-Liste stehen, diesen Beitrag für euch zu schreiben. Einen Beitrag, in dem ich erklären möchte, ob wir uns denn nun über einen Jungen oder ein Mädchen freuen würden. Nach letzter Woche – könnte man meinen – hat dieses Thema eine ganz andere Priorität für mich, stimmt aber nicht. Meine Meinung ist genau so geblieben, wie sie davor war.

Was vielleicht auch daran liegen könnte, dass ich schon zuvor nicht allzu viel darüber nachgedacht habe, welches Geschlecht das Baby hat. Natürlich kommen einem Namen in den Kopf, natürlich denkt man bei Kleidung und Möbel, die eventuell in Frage kommen könnten, darüber nach, dass man ein wenig geschlechtsneutral einkauft (versteht mich nicht falsch: ein Junge kann bei uns auch sehr gerne mal rosa tragen und ein Mädchen blau), aber im Großen und Ganzen war es für uns einfach nicht so wichtig.

Und das kommt aus meinem Mund! Komisch, denn eigentlich war ich immer die, die gesagt hat, dass mir keiner erzählen kann, dass man nicht eine Vorstellung von dem Geschlecht des Babys hat, dass man sich nicht insgeheim ein Geschlecht wünscht, weil man halt schon immer gerne eine Mädchen- oder Jungsmama sein wollte. Auch ich hatte diese Vorstellung in der ersten Schwangerschaft. Wollte schon immer gerne eine Jungsmama sein und dadurch, dass Alma bis zur 20. Schwangerschaftswoche auch ein Junge sein sollte, war ich da voll und ganz drauf eingestellt. Als es dann hieß, dass Alma ein Mädchen wird, war ich im ersten Moment… ja, wie soll ich es sagen… ein wenig enttäuscht. Doch das verstrich natürlich total schnell und die Vorfreunde auf ein kleines Mädchen stieg ins Unermessliche.

In dieser Schwangerschaft ist es anders, aber ich würde behaupten, dass es daran liegt, dass wir schon ein Mädchen haben, denn wenn Alma wirklich ein Junge geworden wäre, würde dann doch dieser kleine Wunsch nach einem Mädchen in mir hochkommen. Wie dem auch sei, man kann es ja eh nicht beeinflussen und so würde ein Wunsch, ein Wunsch bleiben und so wie es am Ende kommt, ist es eh am schönsten. Oder kennt ihr jemanden, der sein Baby gerne umtauschen würde? Ich nicht.

Wir haben sogar länger überlegt, ob wir es dieses Mal überhaupt wissen wollen, sind dann aber zu dem Entschluss gekommen, dass die Geburt schon genug Überraschungen bereithält. Doch der richtige Zeitpunkt, um dieses Geheimnis zu lüften, gab es bis jetzt nicht. Auch wenn wir wirklich genug Möglichkeiten gehabt hätten, es herauszufinden. Bei jedem Ultraschall konnten wir zwischen die Beine schauen und bei jedem Ultraschall hätte ich, Hörby oder meine Mama fragen können, was es denn nun wird. Aber ehrlich? Wir hatten andere Sorgen. Mir kam es auch falsch vor, jetzt, nach all dem Theater, nach all dem Kummer, nach so etwas Unwichtigen zu fragen und in dem Moment, in dem meine Mama dann doch zu neugierig war, hoffte ich, dass das Baby es noch ein wenig für sich behält.

Und ja: Auch wenn es uns vorher schon nicht so wichtig war, ist es seit dem Vorfall in Noordwijk noch viel unwichtiger geworden. Viele verdrehen bei dem Worten „Hauptsache gesund“ die Augen, doch für uns ist genau das das Einzige, was zählt. Und auch wenn es am Ende anders ausgeht, das Baby nicht gesund wäre, würden wir es genauso lieben wie Alma oder jedes andere Baby, das in unsere Mitte geboren wird. Doch mein einziger Wunsch für uns als Familie wäre, dass wir uns im Februar alle gesund in den Armen liegen. Ganz egal ob mit Schniedel oder nicht.

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

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