Fisch kommt doch aus dem Meer, oder?

In Kooperation mit Genuine Alaska Pollock Producers

Es gibt viele Faktoren, die wichtig sind, wenn wir wählen, was wir zu uns nehmen. Jeder von uns sollte sich über diese Gedanken machen, bevor er sich Lebensmittel in den Einkaufswagen schmeißt – sollte man meinen. Doch leider ist das viel mehr Theorie als Praxis. Wenn es um Nachhaltigkeit bei unserem Essverhalten geht, werden wir schnell ganz klein mit Hut und lenken gerne ab, denn darüber können sich die anderen Gedanken machen. Wo etwas gezüchtet, gefangen, gefischt oder verarbeitet wird, wissen wir meist nicht – doch genau da sollten wir anfangen mit der Nachhaltigkeit! Heute nehme ich euch mit, mache den Anfang für eine besser durchdachte Welt und werde euch erklären, wie der meist gegessene Wildfisch Deutschlands produziert wird und auf was ihr achten müsst, um wenigstens in der Tiefkühltruhe mit gutem Gewissen zu essen! Eins muss ich euch aber jetzt schon verraten: Der Code FAO 67 spielt in diesem Text die Hauptrolle. Findet ihr heraus, wofür er steht?

Meine Mutter sagte mal zu mir, dass wir alles in Maßen unbedenklich essen könnten, nur verarbeitete Lebensmittel meiden sollten. Das sagte sie zu mir, als ich auf einen fertigen Eierbrotstrich im Supermarkt zeigte, den zuvor Barbara Schöneberger in einem Werbespot aß. Und das blieb mir im Kopf. Alles, was schon mal durch eine Pfanne gezogen wurde, oder durch den Mixer geschmissen und wieder eingefroren wird, habe ich beim Einkaufen ausgelassen. So auch, an der TK-Fisch-Abteilung. Denn frisch und grün ist doch immer noch am besten für uns, oder? Fischstäbchen und Co. sind dafür eher auf der roten Fastfood-Liste versehen.Doch wie heißt es so oft: man sollte nicht alles über einen Kamm scheren; oder jedem Deppen glauben! Gott sei Dank habe ich mich belehren lassen und informiert, was in so einem Stäbchen wirklich drinsteckt. Richtig leckere, fair gefischte Alaska-Seelachs-Filets –, aber auch nur, wenn man darauf achtet, wo sie herkommen. Aber dazu gleich mehr…

Warum es so wichtig ist, dass ich euch versuche aufzuklären, zeigen die kommenden Zahlen! Jeder vierte Deutsche isst mindestens einmal pro Woche Fischstäbchen oder sogenannte Schlemmerfilets aus dem Supermarkt! Oder auch: 64% der Deutschen haben in den letzten 12 Monaten Fischstäbchen gekauft! 58% der Deutschen weiß nicht, woraus Fischstäbchen bestehen und 19% denken, es sind Fischreste (ich gebe zu: bevor ich diesen Text geschrieben habe, dachte ich es auch!). Und ich behaupte jetzt frech, dass sehr, sehr wenige Deutsche wissen, welches FAO das Beste ist. Ihr bestimmt auch nicht, oder? Daran muss etwas geändert werden! Merkt ihr, wie unwissend wir sind? Wieso weiß kaum einer, was wir für Fisch konsumieren?

Der Alaska Seelachs sollte nicht mehr der heimliche Star auf unseren Tellern sein, sondern endlich als so großartig angesehen werden, wie er nun mal ist! Denn egal, ob wir Eltern ihn essen, oder unsere Kinder ihn zum Mittagessen bekommen. Dieser Fisch kann nur gut für uns sein! Anders als man zuerst vermutet, ist der Alaska Seelachs kein Lachs, sondern gehört zu der Familie der Dorsche. Er bietet viele Omega-3 Fettsäuren, Vitamin B1, B6, B21, D, viel Jod und Selen sowie Eiweiß. Eine richtige Energie Bombe! Doch mindestens genauso wichtig ist der Teil „Alaska“ im Namen!

Infografik (offen)_Alaska-Seelachs_Nährstoffe

Genuine Alaska Pollock Producers ist der Verband der Alaska-Seelachs-Fischereien und -Produzenten in Alaska. Ein Verband, der ganz bestimmt nicht mit jedem zu vergleichen ist. Denn Genuine Alaska Pollock Producers hat es sich zur Aufgabe gemacht seit über 10 Jahren MSC Zertifizierung zu halten, die Beifangquoten drastisch zu reduzieren und Verarbeitung so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Außerdem sind sogenannte „behördlich zugelassene Beobachter“ mit an Board, wenn gefischt und verarbeitet wird. Diese sind dafür da, genau zu begutachten, wie und was auf dem Schiff gefangen wird. Damit die Mühen des Verbands sich lohnen, ist es aber mindestens genauso wichtig, dass wir alle die Augen aufmachen und bewusster einkaufen, denn nur wenige Stepps unsererseits, können vermeiden, dass zu viel – und unter zu schlechten Bedingungen – gefischt wird. Wir müssen also nicht alle gleich veganer werden, um etwas verbessern zu wollen! Was wirklich hilft nachhaltig Fisch zu konsumieren, ist, auf das Fangebiet zu achten. Genauer gesagt auf FAO 67!

Dieser Code steht für das Fanggebiet, was darüber entscheidet, ob ihr qualitativ hochwertige und nachhaltige gefischte Meerestiere esst. Fanggebieten sollte viel mehr Beachtung geschenkt bekommen. Erdbeeren aus Deutschland sind uns doch auch lieber als aus Spanien? Für uns Leihen ist es auch überhaupt nicht schwer das Fanggebiet ausfindig zu machen! Die Welternährungsorganisation „Food and Agricultural Organisation“ (FAO) hat die Weltmeere in 19 Fischfanggebiete eingeteilt und diesen Zonen Nummern zugeordnet. Der Alaska- Seelachs wird in den beiden Fanggebieten FAO 67 (Alaska) und FAO 61 (Russland) gefangen. Diese Kennzeichnung findet ihr auf der Rückseite der Verpackung. Wichtig ist, dass ihr FAO 67 kauft, denn so tut ihr nicht nur euch etwas Gutes, sondern auch den Meeren und den Fischern, die liebes was sie tun und dafür alles geben.

Denn in Russland – FAO 61 – wird nicht wirklich artgerecht gefischt. Um hier nicht zu sehr ins Detail zu gehen (ihr wisst schon, wir wollen ja keinen schlecht machen), läuft nicht alles so nachhaltig und außerordentlich fair ab, wie in FAO 67.

In Alaska sieht das ganze anders aus. Kleinere Schiffe, bessere Netze, weniger Beifang – genauer gesagt nur 1% Beifang, von dem die Hälfe trotzdem verarbeitet wird. Der Alaska Seelachs wird nach dem fischen auf dem Schiff ausgenommen und direkt filetiert. Der Teil des Fisches, der nicht als Filet durchgeht, wird trotzdem verarbeitet. 100% des Alaska Seelachs aus FAO 67 findet nach dem Fang Verwertung. Bei -18 Grad hat Fisch keine Chance an Geschmack zu verlieren. Direkt nach Deutschland geschifft, wird er hier weiter zu Stäbchen, Schlemmerfilet oder Fischburger verarbeitet. Spitzenfilet unter Panade also!

German chef Visits Alaskan Fishing Industry

Bewusst und nachhaltig zu leben ist nicht immer einfach und nicht jeder muss alles dafür geben, denn das ist zu viel verlangt. Doch können wir alle ein paar mehr Dinge beachtet und so schon einiges verbessern. Kauft und esst nicht blind und unterstützt damit große Konzerne, die schlechtes tun und bieten. Guckt einmal mehr hin und wertschätzt, was auf euren Tellern liegt. Das Fischstäbchen ist eine tolle Erfindung der Lebensmittelindustrie, die uns einfacher macht, schnell und lecker Fisch zu essen – sogar unsere Kinder finden sie toll –, als kleines „Dankeschön“, finde ich, können wir ab heute mit gutem Gewissen in die Tiefkühltruhe greifen, aber bitte nur zu der richtigen Packung! FAO 67!

Wenn ihr mehr zu diesem spannenden Thema erfahren wollt, schaut mal hier vorbei. Nils Egtermeyer ist dem Seelachs nachgereist und hat im entfernten Alaska nachgeforscht, wie die Reise des Fischstäbchens beginnt.

German chef Visits Alaskan Fishing Industry

German chef Visits Alaskan Fishing Industry

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s