Die Pille danach – der Horrortrip meines Lebens!

Wisst ihr… es gibt solche und solche. Immer und überall. Man kann es sich also nur schwer machen, wenn man auf eine Sache besteht oder sich fest auf etwas eingeschossen hat. Wenn ihr euch bei etwas sicher sein könnt, dann bei der Sache, dass die Freundin von euch, die es genau anders macht, es besser weiß. Genauso ist es bei dem Thema: Hormonen. Ich meine mit „Hormonen“ die, die man sich künstlich zuführt, um zum Beispiel nicht schwanger zu werden. Selber habe ich diese Hormone in Form einer Anti Baby Pille zehn Jahre genommen. Zehn Jahre, in denen ich keine Ahnung hatte, was ich da eigentlich mache und es mir auch ziemlich egal war. Ich möchte mich auch gar nicht einreihen, zu den Pillen-Gegnern. Diesen Hype hatten wir vor ein paar Jahren. Heute möchte ich euch lieber davon erzählen, wie krass es ist, wenn man dann nach zwei Jahren künstliches-Hormon-Fasten, auf einmal die Megadosis im Körper hat. Ich nehme schon mal vorweg: ich weiß nicht, wann es mir das letzte Mal so schlecht ging!

Doch eigentlich war mir schon länger klar: Die Pille kann nicht gut für mich sein. Gewichtszunahme trotz exzessivem Sport und sehr gesunder Ernährung, Gefühlschaos, Zwischenblutungen und, und, und. Nachdem ich mich ein wenig mit dem Thema beschäftigt hatte, war für mich klar, dass die Pille nicht mehr zu mir gehören soll. Eine junge, aktive, gesunde Frau braucht keine künstlichen Hormone. Nach meiner Schwangerschaft war also klar: damit fange ich auf keinen Fall wieder an! Ich möchte endlich meinen Zyklus spüren, möchte meine Tage bekommen, ohne darauf zu achten, wie viele Pillen ich noch nehmen muss. Ich möchte, dass ich meinen Körper wieder hören kann, ohne dass er von kleinen rosa Bonbons fremd geleitet wird. Geklappt hat das super. Ich habe meine Periode schon direkt einen Monat nach Geburt bekommen und diese war sofort eingependelt. Meinen Eisprung zu spüren musste ich erstmal lernen, da ich vor der Schwangerschaft immer mit Hormonen zugeballert war, wusste ich gar nicht, wie sich das anfühlt. Auch einen echten Periodenschmerz kannte ich nicht. Schon verrückt, wie der Körper unterdrückt wird.

Doch wie verhütet man ohne Pille? Da ich nicht wusste, wie gut ich meinem Körper vertrauen kann (musste ich ja noch nie) und ihn erst verstehen musste, fiel NFP weg (wenn ihr NFP praktiziert, messt ihr eure Temperatur und schaut nach eurem Zyklus, wann ihr fruchtbar seid oder eben nicht und verhütet nur an fruchtbaren Tagen mit Kondom). Ich habe mich gegen eine Spirale entschieden und alles andere mit Hormonen kam mir natürlich nicht in den Sinn. Also mussten ganz klassisch herkömmliche Kondome her. Für uns erstmal eine gute Alternative, aber auch nur so lange, bis wir uns 100% sicher sind, dass wir den Zyklus im Griff haben.

Um das Ganze abzukürzen hatten wir dann endlich – nach 10 Monaten – das Gefühl: jetzt geht’s auch ohne! Und zack, hatten wir uns natürlich verrechnet und das Risiko schwanger zu werden, war gegeben. Wir hatten den worst-case Fall berücksichtigt und darüber gesprochen, was wäre, wenn. Und wenn etwas passieren sollte, dann wäre es im Normalfall gar nicht schlimm – auch wenn nicht geplant und das fänden wir beim zweiten Kind dann doch ganz nett. Doch genau jetzt, genau in diesem Monat, wäre es quasi eine Katastrophe, denn die Geburt des hypothetischen Babys liegt genau in den Wochen um unsere geplante Hochzeit. Also ein Kind riskieren, wo es gerade wirklich gar nicht passt oder lieber auf Nummer sicher gehen und nachhelfen, dass nichts passiert? Wir haben uns fürs Nachhelfen entschieden.

Seit 2015 gibt es die Pille danach rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen. Es gibt sogar eine eigene Website für die Pille danach. Überall ist zu lesen, dass es gar nicht so schlimm sei, sich diese Hormonbombe einzuschmeißen und auch der Ausdruck „Bombe“ würde nicht wirklich passen, denn so viel mehr Hormone, wie in der Anti Baby Pille sind, seien dort auch nicht drin.

Vor vier Wochen war mein erstes Mal mit der Pille danach und ich hoffe mein letztes. Denn versteht mich nicht falsch, ich finde es super, dass es diese Pille gibt und Frauen die Möglichkeit überlassen wird, erst gar nicht schwanger zu werden und doch muss ich euch erzählen, wie heftig die Pille auf mich gewirkt hat.

In der Apotheke wurde mir gesagt, dass mir ein wenig schlecht werden könnte und Kopfschmerzen eine weitere Nebenwirkung sein könnten. Ach, das hörte sich ja easy an! Also habe ich ohne große Vorbereitung am Vormittag die Pille eingeworfen und gewartet. Ich habe vor dem Einnehmen lange überlegt, ob ich meinem Körper gerade wirklich wieder so einen „Rückfall“ antun möchte, habe aber dann darauf gehofft, dass es wahrscheinlich überhaupt nicht so schlimm sein wird. Eine dreiviertel-Stunde nach Einnahme wurde mir kotzübel und so schwindelig, dass ich mich kaum auf den Beinen halten konnte. Mit Alma im Arm musste ich mich schnell fangen und doch ging es mir den ganzen Tag nicht besser. Am Nachmittag hat es dann angefangen – die richtige Katastrophe – und hielt ungefähr fünf Tage an. Ich habe nur geweint. Ich war so emotional und mir ging es wirklich richtig schlecht. Ich bin kein Psychologe, aber würde sagen, ich hatte leicht depressive Schübe in diesen Tagen – die ich so nicht kannte. Außerdem überkam mich ein riesiger Hunger. Ich hätte alles und jeden essen können. Diese krassen Symptome blieben eine Woche und dann flachte es langsam ab. Meinen Eisprung habe ich natürlich nicht gemerkt, der wird durch die Pille danach nämlich verschoben und ist somit nicht mehr „der Alte“. Meine Periode habe ich komischerweise drei Tage zu früh bekommen. Ein totales Chaos! Mein ganzer Körper ist nicht mehr „der Alte“ und das wegen einer kleinen Minipille, die kleiner ist als Almas Fingernagel. Ich habe das Gefühl, dass ich mich vergiftet habe und es ein langer Prozess wird, all das wieder in den Griff zu bekommen.

Ich war total erschrocken darüber, was diese Hormone mit mir angestellt haben und bin mir sicher: so lange ich nicht muss, werde ich versuchen, ohne auszukommen. Die Erfahrung mit dem rezeptfreien Medikament aus der Apotheke, welches mein ganzes Gleichgewicht durcheinander gebracht hat, soll mein letztes sein, dann doch lieber die Lümmeltüte oder halt der Babybauch!

Trotzdem möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass ich pro Pille danach bin und es nur befürworten kann, dass es diese Möglichkeit gibt und auch diese rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen ist. Denn es gibt ganz bestimmt junge Mädchen, Frauen oder Paare, bei denen es sehr schlimm wäre, wenn sie ungeplant schwanger werden würden und die Scham oft zu groß ist, um sich mit Ärzten auseinanderzusetzen. Mit meiner Geschichte, meinen Erfahrungen möchte ich nur darauf aufmerksam machen, dass man solch einen „Eingriff“ in den Körper nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Ich bin für mehr Aufklärung – besonders, wenn es um die Körper von Teenagern geht, die vieles nicht ernst genug nehmen und bei der Pille danach die Hauptzielgruppe darstellen.

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

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