Karriere und Kind – lohnt sich ein Kind?

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Baby? Gibt es eine schwierigere Frage als diese? Ich glaube kaum, denn einen richtigen Zeitpunkt gibt es wohl nie. Immer kommt etwas dazwischen. Meist ist es die Karriere. Oder war das mal so? Seit ein paar Jahren hat man das Gefühl, dass wieder viel öfter ja zu Kinder-kriegen gesagt wird. Oder auch: Der Kinderboom – so nennt man diese Entwicklung zurzeit, die nicht von ungefähr kommt. Denn nie war es einfacher, Karriere und Kind miteinander zu vereinen. Egal ob man 20 oder 40 Jahre alt ist.

Als ich mit Alma schwanger war, hat mein Gynäkologe sofort gesagt: „Ach, sie brauchen sich keine Sorgen machen. Früher hatten die Frauen mit 24 schon drei Kinder.“ Ja, früher. Als der Herd und die Waschmaschine der beste Freund jeder Frau waren und der Mann das Geld mit nach Hause gebracht hat. Abgesehen davon, dass viele Frauen keine Lust mehr auf desperate Housewives haben und sich lieber selber verwirklichen wollen, kann man es sich in einer Stadt wie Hamburg einfach gar nicht leisten, dass es nur ein Gehalt in der Familie gibt.

Und doch merkt man, dass die Straßen sich wieder mit mehr Schwangeren füllen. Auffällig – finde ich – ist, dass diese Frauen entweder Anfang 20 oder Anfang 40 sind. Die klassische schwangere Frau von vor zwanzig Jahren sieht man immer weniger. Denn heutzutage ist es vereinbar Kinder früh und medizinisch möglich Kinder nach der Karriere sehr spät zu bekommen.

Auch für mich war dieses Thema sehr spannend. Denn eine Schwangerschaft mit 24 Jahren ist in meinem Kopf im ersten Moment noch mit: „Karrierestopp“ gekoppelt. Doch in unserer Gesellschaft, mit unserem Sozialstaat, muss es das gar nicht heißen. Denn geholfen wird uns an jeder Ecke. Auch wenn uns das Meckern oft nicht schwerfällt, können wir uns wirklich nicht beschweren. Kindergeld, Elterngeld, Elternzeit, Kitagutscheine und so weiter erleichtern und nicht nur eine Pause vom Job, sondern oft auch eine Verknüpfung mit genau diesem. Immer mehr Studenten können ihr Kind mit in die Uni nehmen oder von Zuhause aus studieren. Durch die Digitalisierung finden viel mehr Jobs von Daheim statt und lassen uns Kind und Arbeit miteinander kombinieren – das war nicht immer so. Denn früher, ja da war man noch oft vor die Wahl gestellt: Kind oder Karriere?

Früher war man aber auch mit 40 Jahren abgeschrieben, wenn der Kinderwunsch doch aufblühte. Die Karriere hatte ihren Höhepunkt erreicht, man hat beruflich und privat erreicht, was man erreichen wollte – alles dafür gegeben – und auf einmal ist man zu alt für ein Kind. Das war einmal, denn dank der Medizin von heute, Eizelleneinfrierung usw. kann ein Kind sogar mit einer „6“ davor möglich sein. Ob das sein muss, ist ein anderes Thema, aber gehen würde es. Zusammengefasst könnte man also behaupten, der Druck zum Kind ist weg und man kann das ganze Thema im Jahre 2018 entspannt angehen.

So konnte auch ich aufatmen, als mir in meiner Schwangerschaft klar wurde: Es ist kein schlechtes Timing für ein Kind. Man muss manchmal nur um die Ecke denken. Also habe ich meinen Schwerpunkt neu definiert, habe diesen Blog gegründet, habe meinen Themenbereich Food auch im Beruflichen gegen Windelthemen getauscht und… was soll ich sagen: Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.

Immer mehr Frauen entscheiden sich also dazu, dass es schön ist, jung Mutter zu werden. Jung das Abenteuer zu starten und trotzdem nicht die Karriere zu vernachlässigen. Es erfordert Mut und mehr Energie. Doch – wie ich finde – lohnt es sich. Mit der Frage „lohnt sich ein Kind?“ hat sich WUNDERWEIB ausführlich beschäftigt und unter anderem mich nach meiner Meinung gefragt. Dass es sich lohnt, habe ich euch gerade schon verraten, aber wie ich das begründe und weitere Interessanten Aussagen und Fakten könnt ihr euch im Video anschauen.

 

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

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