Wir verreisen – mit Baby um die Welt

Ohje, war es nicht erst letztes Jahr, als es von einer „nicht ganz so klugen“ Kollegin eines bekannten Magazins hieß, dass Eltern, die ihre Elternzeit zum Reisen benutzen, einen großen Fehler machen? Denn das Elterngeld und auch die Zeit, die man dadurch bekommt, wäre für etwas anders gedacht. Okay, alte Kamellen, die hier ganz bestimmt nicht wieder ausgepackt werden und doch ist es ein ganz guter Einstieg für diesen Text, denn: Wir verbringen einen Teil unserer Elternzeit auf Bali!

Es hört sich abenteuerlicher an, als es schlussendlich ist, denn eigentlich könnte ich auch schreiben, dass wir einen Monat in den Urlaub fahren und doch ist es immer eine Art der Perspektive, denn ja: ich bin zur Zeit in Elternzeit und Hörby hat sich seine auch noch nicht genommen, daher könnte man meinen, dass unser Monat auf Reisen unsere gemeinsame offizielle Elternzeit sei. Wir jedoch, betiteln es lieber als Zeit-zu-dritt-an-dem-für-uns-schönsten-Ort-der-Welt.

Doch fangen wir erstmal an mit dem „wieso“ anstatt dem „wie“… Wieso eigentlich Bali und wieso müssen wir uns und unserem Baby eine so lange Reise antun?

Ihr kennt alle unsere Verbindung zu Bali (wer nicht, bitte einmal hier entlang) und so war dieses Ziel für unseren nächsten längeren Urlaub in unserem Herzen schon lange klar, doch kam unser Verstand uns ab und an in die Quere. Denn Portugal, Italien oder Skandinavien sind sehr viel näher und wahrscheinlich zuerst einmal entspannter mit Baby. Man kann auf eine lange Anreise verzichten und ist dem europäischen Standard nicht entflohen, was, wenn man mit einem halbjährigen Kind verreist, nicht ganz so unwichtig ist. Und doch ist eines sehr gravierend, wenn man in die oben genannten Regionen reist: der Preis. Denn eine Unterkunft, die Lebenskosten und sonstiger Schnickschnack sind schon sehr happig. Nach überschlagen und Abwägungen von Fahrtzeit, Hygiene, Kosten und der persönlichen Herzensangelegenheit, stand fest: Es führt kein Weg an Bali vorbei und so kam es dann, dass wir uns für Anfang Mai einen Flieger zu unserem Happy-Place gebucht haben.

Wir verreisen den ganzen Mai und sind somit vier Wochen unterwegs. Die ersten drei Wochen werden wir in Canggu sein. Dort gefällt es uns immer am besten. Denn kein Ort auf Bali ist so cool und abwechslungsreich wie Canggu. Hörby kann dort gut surfen. Alma und ich können durchs Dorf laufen, Strandspaziergänge machen und gut unter einem Sonnenschirm am Strand liegen. Außerdem ist Canggu der wohl hipsterreichste Ort auf Bali. Kann auch mal nervig sein, was das kulinarische angeht, geht es aber kaum besser: Fruitbowls und BBQ am Strand. Den ganzen Tag. Für uns drei. Hammer!

Wir wohnen dort in einer kleinen Bungalowanlage, die 10 Minuten vom Strand entfernt ist. Uns war es wichtig eine Unterkunft zu haben, die man schnell in den Mittagsstunden ansteuern kann, sodass wir mit Alma der Mittagshitze entfliehen können.

Wenn wir gerade schon bei Hitze sind. Der Mai ist eine schöne Zeit zum auf-Bali-sein, denn dann sollte die Regenzeit vorbei sein, aber auch noch keine Höchsttemperaturen erreicht sein. So kann man sich auf ein relativ trockenes Klima um die 30 Grad einstellen. Passt uns gut in die Kragen, dann hoffen wir auch mal, dass es so stattfindet. Man weiß ja nie… Schnee in Hamburg und das im März ist nun mal auch nicht normal.

Die letzten drei Tage verschwindet Hörby in den Norden. Auch sehr schön dort, aber nur, wenn man mit dem Roller zu den Wasserfällen fahren kann und kurz gesagt mobil ist und das sind wir mit Baby nicht. Dazu kommt, dass man, um in den Norden zu kommen ca. 6 Stunden mit dem Bus Serpentinen fahren muss, auch darauf habe ich mit Alma nicht allzu große Lust. Daher bleiben wir Mädels am Strand und bekommen Besuch von einer Freundin. Hörbs fährt alleine Richtung Norden und wird dort ein paar Tage Free Diven.

Nach diesen Tagen geht’s für uns drei – wieder vereint – nach Ubud. Für diese Woche (unsere letzte) haben wir noch keine Bleibe, die buchen wir uns ganz spontan. In Ubud möchte ich mich dann ein paar Tage einbuddeln und zwar in einem Yoga Studio. Das Yoga Barn ist einer der Plätze auf dieser Welt, der mich komplett aufgesogen hat. Vor zwei Jahren bin ich genau dort so unfassbar angekommen, dass ich mich tierisch drauf freue, auch nur ein kleines bisschen wieder diese Magie spüren zu können. Dann darf der liebe Mann wieder ein bisschen „Babysitter“ spielen.

Dann gehts es für uns wieder zurück nach Hamburg und der deutsche Sommer kann beginnen. Was sagt ihr? Klingt nach einem guten Plan oder?

Nun zu den Fakten:

Wie lange sind wir unterwegs? Vier Wochen

Wie viele Stunde beträgt die Flugzeit? Jeweils um die 17 Stunden mit einem Zwischenstopp. Wir haben Nachtflüge gebucht und uns gleich ein Babybett reservieren lassen.

Was kostet euch die Reise? Die Flüge waren ein Schnappen und kosten pro Person mit Reiserücktrittsversicherung um die 600€. Unsere Unterkünfte kostet zusammen ca. 800€. So kommen wir auf 1000€ pro Person an Fixkosten.

Wo liegen die Nebenkost auf Bali? Das Leben auf Bali ist sehr günstig. Man bezahlt für ein typisches balinesisches Essen umgerechnet ca. 10 Cent, für den Hipsterkram 5€. Eine Massage kostet auch um die 5€ und eine Strandliege mit Schirm 2€…

Wo buchen wir unsere Unterkünfte? Airbnb.

Worauf freue ich mich am meisten? Abends am Strand die Füße in den Sand zu halten, Alma Sand essen zu sehen, den Sonnenuntergang im Hintergrund, Hörby auf dem Wasser beobachten und einen Wassermelonensaft zu trinken.

Wovor habe ich am meisten Angst? Vor dem Pool an unserem Bungalow. Alma wird – wenn wir dort sind und nicht von uns beobachtet wird – eine Schwimmweste tragen. Vielleicht nehme ich auch eine Hundeleine mit, mit der ich sie festbinden kann (kein Scherz).

Wie ist der Hygienestandard? Gar nicht mal so schlecht. Viele Eltern reisen mit ihren Babys nach Bali. Erstmal ein gutes Zeichen.

Müssen wir Alma extra impfen? Nein, eigentlich nicht. Doch hat uns der Kinderarzt empfohlen, dass wir die Meninkokken-B-Impfung machen sollten, wenn wir viel reisen.

Wie ist die ärztliche Versorgung auf Bali? Auf Bali gibt es ein sehr gutes Krankenhaus, das Hörby leider gut kennt.

Wie sieht es mit ansteckbaren Krankheiten aus? Bali ist keine gefährliche Insel. Malaria gibt es dort nicht und das Denguefieber findet man nur auf Lombok, der Nachbarinsel.

Was bekommt Alma dort zu essen? Im Mai ist sie acht Monate alt. Alt genug um Früchte und Reis zu sich zu nehmen. Außerdem werden wir den Beikostmacher von Avent mitnehmen, um auf Nummer sicher zu gehen. Eine halbe Stunde von Canggu entfernt, findet man einen holländischen Supermarkt. Dort gibt es deutsches Milchpulver und Gläschen zu kaufen. Trotzdem werden wir so viel es geht von Zuhause mitnehmen.

Falls ihr noch Fragen an mich habt, schreibt mir gerne!

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

2 Kommentare zu „Wir verreisen – mit Baby um die Welt“

  1. Hallo,
    toll, dass du mit Baby verreist. Das finde ich, sollte selbstverständlich sein. Es bleibt doch jedem selbst überlassen, wie er die Elternzeit nutzt. Und warum nicht reisen? Wann kann man das schon mal so gut, einfach und billig? Ich jedenfalls würde mich eurer Bali-Reise sofort anschließen. 🙂

    Grüße
    Lena

    Gefällt 1 Person

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