Mein Jahresrückblick 2017

Am Silvesterabend saß ich um kurz vor 12 im Nieselregen auf einer kalten Stufe und blickte auf den See in Nähe des Ferienhäuschens. Ich weinte und hypnotisiert traurig mein Glas Rotwein. Denn dieser Abend hatte nichts mit dem letzten Jahr zutun. Mit dem Jahr voller Freude und Glück. An diesem Tag war gar nichts so, wie wir es uns ausgemalt hatten – nein, noch schlimmer, er lief ziemlich schief. Also hängte ich mich daran auf und wollte am liebsten noch vor Mitternacht ins Bett. Meine Freunde, mit denen wir feiern wollten, lagen mit einer Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus, Alma im Tiefschlaf im Bett und der Rest schaute auf Grund der miesen Stimmung Fernsehen. Ich bin ja echt kein Silvesterfreak, doch sollte der letzte Abend des Jahres doch wenigstens ein bisschen unsere letzten tollen zwölf Monate widerspiegeln.

Und da saß ich bis mir Hörby auf die Schulter klopfte. Er nahm mich und zog mich hoch und sagte zu mir, dass er gerne mit mir im Regen tanzen möchte. Widerwillig stimmte ich zu und ging mit ihm auf den Steg. Er erklärte mir als wir Arm im Arm den Steg betanzten, dass wir so viele tolle Tage hatten und so viele schöne Augenblicke, dass dieser kleine Ausrutscher am heutigen Tag überhaupt nicht zählte. Er drückte mich ganz fest und begann unseren Jahresrückblick mit mir durchzugehen. Eingeleitet mit den Worten, dass wir drei zählen und uns nichts und niemand aus der Fassung bringen kann – gemerkt hat man das doch wohl in dem schönsten Jahr unserer bisherigen Leben:

Mein Silvester 2016 war so ganz anders als mein letztes Jahr – als ich noch wer anderes war. An diesem Tag stand ich halb besoffen mit meiner Liebe im Arm auf einem Berg in Österreich und knutschte in das neue Jahr. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was auf mich zukommen würde. Wie aufregend die nächste Zeit sein wird und vor allem: wie wunderschön. Was ich auch noch nicht wusste, war, dass wir einen heimlichen Besucher dabei hatten. Die kleine Alma war schon seit wenigen Tagen on Board und machte es sich so langsam bequem.

Und so begann mein 2017. Ich war sofort schwanger und durfte mich auf mein Baby vorbereiten. Hörby und ich gründeten also eine Familie. Geplant war das nicht, aber es wurde auch nie in Frage gestellt. Also ab ins Abenteuer.

Wir hatten unsere 2-Zimmer-Wohnung gerade bezogen und uns schön eingerichtet. Wohnten mitten in der Stadt und haben uns alles so schön gemacht, wie wir nur konnten. Wir genossen es sehr, so viel Zeit wie möglich mit einander zu verbringen. Da Hörby in den ersten Monaten des Jahres auch nur studierte – und das von Zuhause – hatten wir unzählige schöne Momente.

Im Mai folgte dann unser erster Babymoon. Eine Woche Mallorca – eine großartiger Urlaub. Alma war schon richtig kräftig und somit konnte Hörby sie in der Woche das erste Mal spüren. Bis dato dachten wir aber immer noch, dass Alma ein Bruno wird. Dass sollte sich in der 22. Schwangerschaftswoche ändern.

Der Sommer war in Hamburg natürlich mal wieder bescheiden, aber das machte uns nichts aus. Die heißesten Wochen des Jahres haben wir dann auf Ischia erlebt – meiner zweiten Heimat. Mit dicker 30. Schwangerschaftswochenkugel ging es nochmal mit meiner Familie in den zweiten Babymoon. Der letzte Urlaub ohne Baby.

Und dann fing auch schon mein Mutterschutz an. Sechs Wochen in denen ich nichts machte, außer mich auf mich zu konzentrieren und auf unsere Wohnung, denn der Putz- und Nestbautrieb hatte mich sehr in der Hand. Aus dem Zustand der Freude und der Geduld folgte in den letzten drei Wochen eine unglaubliche Ungeduld – eine Zeit, die so Aufregend war und kaum auszuhalten. Wann kam unser Baby denn nun endlich auf die Welt?

Am 23.09.2017 hieß es dann: Hallo Alma! Der wohl schönste Tag des Jahres. Wir machten ganz langsam und lebten uns in den kommenden Wochen und Monaten ein. Die Kennenlernzeit war ein toller erster Abschnitt, auch wenn ich Besuch vom bösen Babyblues hatte.

Auf einmal hatten wir Winter und die Weihnachtstage rückten immer näher. Alma war also schon fast drei Monate alt und wir drei Monate stolze, glückliche Eltern. Doch war der Dezember der wohl anstrengendste Monat im Jahr 2017. Zu viele Termine, zu viel unterwegs, zu wenig Zeit zu dritt. Ein Monat, der uns aber viel gezeigt hat, und zwar langsam zu machen, wenn wir es brauchen. Unser größtes Weihnachtsgeschenk? Die Zusage für eine neue Wohnung und somit können wir uns auf einen neuen Abschnitt freuen mit einem Zimmer mehr und Garten.

Das letzte Jahr war somit alles: voller Liebe, aufregend, großzügig, gesund und vollkommen wunderbar. Ich bin so dankbar dafür, dass wir das alles erleben dürfen. Unsere gesunde, fröhliche Tochter! Und alles was darum passiert.

Meine Vorsätze für 2018

Meine Vorsätze für das Jahr 2018? Mehr im Jetzt zu sein, mehr zu atmen und weniger an andere zu denken. Mich auf mich und meine Familie zu konzentrieren und öfters Nein zu sagen. Mich nicht wegen Kleinigkeiten aufzuregen und keine schlechten Energien zuzulassen, egal wie gerne man sie doch anzieht. Das Leben ist toll und auch wenn ein Tag mal nicht so gut läuft, gibt es min 364 Tage im Jahr, in denen es besser laufen kann.

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Baldmama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

Ein Gedanke zu „Mein Jahresrückblick 2017“

  1. Das ist ein wunderschöner Beitrag, danke! Hinter den „blöd“ gelaufenen Jahreswechseln verbirgt sich oftmals mehr (Positives) als wir vermuten. Weil wir hingucken. Hörby hat wunderbar reagiert. Was für ein schöneres Geschenk gibt es, als dass der Partner einem die Hand reicht, wenn die Worte fehlen. Liebe Grüße und einen guten Start in alles Neue und Schöne, was vor euch liegt!

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