Ein richtig guter Hängebauch

Ich liege gerade in meinem Bett und esse die Schokolade aus meinem Adventskalender. Heute ist der 21.. Somit gab es schon 21 Schoko-Lindt-Kugeln. Ich stille nicht mehr und brauche sicherlich keine zusätzlichen Kalorien mehr. Aber wir haben Weihnachten und ich freue mich gut zu essen. Das war nicht immer so… Nicht immer hatte ich Spaß daran, sondern habe mich unter Druck gesetzt, mich falsch behandelt – ohne Erfolg. Bis Alma kam, denn durch den Babybauch bin ich mit meinem Körper nach dem Babybauch zufrieden.

Vor der Schwangerschaft

Mein größter Kampf? Mit mir selbst und dem Blick in den Spiegel. Wie viele von uns Frauen kennen dieses Dilemma. Hat man doch immer irgendetwas auszusetzen. Also hungerte ich, rannte jahrelang jeden Tag zum Sport, nahm Abnehmpillen und den ganzen anderen Quatsch, der mich anscheinend glücklich und zufrieden machen sollte. Was passierte wirklich? Ich nahm nicht ab. Kein Gramm. Seitdem ich 13 Jahre alt war, meine Pubertät richtig angefangen hat, nahm ich kontinuierlich zu und das ohne die großen Fressattacken. Jede Diät hat mich weiter runtergezogen und den Zeiger auf der Waage nach oben gedreht. Versteht mich jetzt nicht falsch, ich war nie übergewichtig, aber habe mich nie in meinem Körper wohlgefühlt. Wie man richtig isst, wusste ich von klein auf, den meine Familie arbeitet in dieser Branche. Aber wie gesagt, das war nicht das Problem. Durch den exzessiven Sport wurde ich stark. So stark, dass mir die Gewichte nach jahrelangem Training an den Geräten im Fitnessstudio zu leicht wurden und die Hosen (vor Muskeln unter dem Fett) noch mehr gespannt haben. Meine Zufriedenheit wurde trotzdem nicht größer. Und so vergingen die Jahre und ich lernte es zu akzeptieren – ich bin eben keine Gazelle, sondern eher Frau. Und dann wurde ich schwanger.

In meiner Schwangerschaft

Nach dem ersten Schock, der Freude und dem aufgeregt sein, kam die Ungewissheit, wie es wohl mit meinem Körper weitergeht. Jetzt gerade hatte ich das erste Mal einen Weg gefunden einfach nicht mehr etwas hinterherzurennen, was ich niemals erreichen werde. Und jetzt sollte ich bedingt durch ein Baby mal kurz 30kg zu nehmen? Einen weichen Körper bekommen? Krampfadern? Und gerissene Haut? Ehrlich jetzt… das war gar nicht nach meinem Sinn. Also habe ich in meiner Schwangerschaft mit Süßigkeiten nie übertrieben. Hatte keine großartigen Gelüste und habe mich bis zur 36ssw ein paar mal die Woche beim Sport sehen lassen. Ich denke, dass das nicht unbedingt dazu geführt hat, dass ich so wenig zugenommen habe, sondern eher dafür gut war, dass ich mich gut gefühlt habe. Und das habe ich! Ich habe versucht, meine Schwangerschaft nicht als Ausrede zu nehmen, mich gehen zu lassen – hat ganz gut geklappt. Ich war bis zum Ende gut in Form und konnte ohne jegliche Probleme meinen Alltag meistern. Gegen schmerzende Beine habe ich ab und zu Thrombosestrümpfe getragen, gegen fiesen Haarausfall Zink eingenommen. Meinen Bauch und meine Brüste habe ich mit Bi oil eingeölt und keinen einzigen Streifen abgekommen. Mein Körper hat sich also nicht großartig verändert in den 40 Wochen, in denen die kleine Alma in mir gewachsen ist.

Fakten:
11 Kilo Zunahme
Kein Wasser
Keine Krampfadern
Keine Risse
Muskelabbau
Weicheres Gewebe
Haarausfall

Nach meiner Schwangerschaft

In meiner Schwangerschaft habe ich 11 kg zugenommen. Aber auch viele Muskeln verloren. Zur Zeit habe ich noch ca 1-2 kg mehr drauf, die ich hauptsächlich an den Beinen merke. Mein Bauch ist fast wie vorher, nur dass ich die Haut mehr zusammendrücken kann. Klar, darin war ein 53 cm langes Baby. Auch die Ängste vor einem Schlachtfeld zwischen den Beinen nach einer Geburt sind unbegründet. Ich hatte eine spontan Geburt und es sind die Dinge passiert, die nun mal bei einer vaginalen Geburt passieren können… jedoch sieht (und merkt man) von genähten Rissen rein gar nichts. Ich habe zwei Monate voll gestillt und dann ziemlich schnell abgestillt.

Meine Brüste haben wieder die gleiche Form wie vorher, nur dass sie leerer sind. Meine Brustwarzen sind wieder normalgroß und sehen aus, als wäre nie was gewesen.

Ich fühle mich nicht sexy oder total fit. Ich fühle mich aber angekommen und stressbefreit. Mein After-Baby-Body ist nicht mein bester Freund, aber bestimmt auch nicht mein Feind. Im neuen Jahr möchte ich langsam wieder anfangen laufen zu gehen, vielleicht wieder ein Fitnessstudio besuchen (aber nur in eins mit Kinderbetreuung). Ich möchte wieder zwei Mal die Woche Zeit investieren, meinem Körper fit und fest zu bekommen – meine Haut zu straffen. Ich habe mich nicht wohl gefühlt in meinem Körper vor Alma.

In meiner Schwangerschaft habe ich gelernt, dass mein Körper für mich das einzig Wahre ist und ich ihn toll finden muss, ihn lieben kann und er gut zu mir ist. Und jetzt, drei Monate später: fühle ich mich wohl und ohne Druck. Meine Haut ist weicher und meine Brüste schlaffer. Aber ich habe gelernt, wie wahnsinnig großartig mein Haus, meine Hülle zu mir sein kann und ich ihn einfach wertschätzen muss.

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

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