Flasche gut. Alles gut.

Alma liegt in meinem Arm und schreit mit voller Kraft meine Brust an. So endet unsere Stillgeschichte. Für mich alles andere als leicht, nein, sogar echt schwer. Wie gerne hätte ich mein Kind ohne Hilfe ernährt. Obwohl man so dankbar sein kann, dass es Hilfe gibt. Denn nicht jedes Problem ist mit einer Stillberaterin gelöst und nicht jede Frau „muss einfach nur durchhalten“. Es gibt auch Frauen, die durch Krankheit, Eingriffe oder Schmerzen nicht stillen können und für diese gibt es Gott sei Dank Alternativen. Und zwar Milchpulver. Ich gehöre seit Kurzem auch zu diesen Frauen, die sich dankbar schätzen dürfen, darauf zurückgreifen zu können. Nur sitzt die Enttäuschung noch tief. Aber heulen hilft nicht… also packe ich meine Brüste ein und hole die Pulle ab jetzt raus. Aber von Anfang an:

Dass ich Stillen kann, war nie wirklich klar, also habe ich einfach drauf gehofft. Vielleicht könnt ihr euch an meinen Beitrag erinnern, in dem ich schon mal darüber berichtet habe. Wenn nicht, findet ihr ihn hier.

Vor drei Jahren hatte ich eine Brust OP, bei der Milchkanäle beschädigt wurden. Mit dem Risiko, nicht stillen zu können, musste ich leben, wenn ich die Operation durchführen lassen wollte. Ich habe mich dafür entschieden und würde es immer wieder tun. Trotzdem hatte ich den Wunsch, dass es vielleicht doch klappt und es fing gut an. In der Schwangerschaft hat sich das sogenannte Kolostrum gebildet. Zwar in der linken Brust mehr als in der rechten, aber es war da.

Ich habe mich zu dem Zeitpunkt informiert, ob ich auch mit einer Brust stillen könnte. Und habe verschiedene Meinungen gehört. Mein Frauenarzt sagte mir, dass es auf keinen Fall funktioniert, weil sich in der rechten Brust dann sofort ein Milchstau entwickeln würde. Totaler Blödsinn! Aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht und habe später meine eigenen Erfahrungen gemacht.

Noch im Kreißsaal hat Alma meine Brust gesucht und hat sofort angedockt. War ich erleichtert. So einfach war das also? Kind an die Brust und die Milch kommt. Großartig! Also stillte ich so zwei Tage – vor dem Milcheinschuss. Alma trank alle paar Stunden, ich hatte keine allzu großen Schmerzen und es fühlte sich richtig an. Bis ich dann an Tag zwei gemerkt habe, dass es nicht unbedingt süß ist, wenn Alma sich die Finger in den Mund steckt, sondern ein Zeichen, dass sie noch Hunger hat. Ist ja klar, meine Brüste waren noch dabei sich auf das Ernähren von Babyalma vorzubereiten, daher musste ich ein wenig nachhelfen und habe die nächsten beiden Tage mit einer Sonde und Pre Milch zugefüttert. Bis dann die eigene Milch einschoss.

Und wie… Wieso bereitet einen eigentlich keiner darauf vor, wie schmerzhaft und unangenehm ein Milcheinschuss ist? Meine Brüste waren so groß und prall. Ich hatte das Gefühl, dass sie jeden Moment platzen würden. Kühlen mit Weißkohl half ein wenig. Aber der Schmerz war auch für etwas gut, die Milch war nun endlich ausreichend da. Alma konnte ohne Sonde (die beim Saugen an der Brust zusätzlich in den Mund geschoben wird) richtig satt werden und das sogar an beiden Brüsten. Also habe ich die ersten zwei/drei Wochen Alma immer im Wechsel je eine Brust gegeben.

Kleiner Tipp: Besorgt euch unbedingt Stillhütchen. Durch den Milcheinschuss wird die Brust oft so straff, dass man die Brustwarze nicht mehr fassen kann und dann eine „Erhöhung“ braucht, an dem das Baby saugen kann. Wir haben leider nicht den Absprung geschafft und so hat Alma in unserer Stillzeit nur noch mit Stillhütchen getrunken. Vorteil: Keine wunden Brustwarzen. Nachteil: Mehr Gefummel und ständiges abkochen der Hütchen.

Nach drei Wochen wurde es in der rechten Brust immer weniger mit der Milch. Alma hatte kein Bock mehr sich rechts anzustrengen und kräftiger zu saugen, daher habe ich ihr immer mehr die Linke gegeben. Denn nicht immer hatte ich Zeit und Geduld, einen Schreikrampf auszuhalten. Dadurch stoppte die Produktion in der Rechten nach einer Woche komplett.

Ab der vierten Woche gab es also nur noch die linke Brust und das klappt wunderbar. Auch der Größenunterschied der beiden Brüste war nicht extrem und hat mich daher nicht gestört. Alma trank sich also immer an einer Brust satt und kam alle drei Stunden, um erneut zu trinken. Ich habe es genossen sie zu stillen!

Da sie zu der Zeit um die Abendstunden sehr unruhig war und schlecht in den Schlaf gefunden hat, haben wir angefangen ihr eine Abendflasche Pre zusätzlich nach dem Stillen zu geben. Damit haben wir sie in den Tiefschlaf katapultiert.

Ab Woche sieben war der Zauber vorbei. Von einem auf den anderen Tag hat Alma – nach der bis jetzt immer ausreichenden Stillzeit – meine Brust angeschrien. Sie wurde jedes Mal unglaublich sauer und hat sich nicht mehr beruhigt. Einen Tag habe ich mit ihr versucht diese Stimmung zu ertragen. Dann gab es das erste Mal nach dem Stillen am Vormittag eine Flasche dazu und das Schreien hörte schlagartig auf. Geknickt, da wohl jetzt der Zeitpunkt erreicht war, an dem ich zu wenig Milch für ihren Bedarf hatte, musste ich akzeptieren, dass sie mehr Flaschen braucht. Also gab es nun vier Flaschen am Tag dazu – nachdem ich sie gestillt hatte.

Nachts reichte es weiterhin aus, ihr die Brust zu geben. Sie kam sogar nur noch einmal in der Nacht und schlief sonst durch. Träumchen!

Ja genau: Träumchen. Das Ganze ging eine Woche gut. Dann wurde erneut meine Brust angeschrien. Denn Alma ist ja ein schlaues Köpfchen und hatte kein Bock mehr sich an meiner Brust anzustrengen, wenn es doch mit der Flasche (trotz 1-Loch-Sauger) so viel einfach geht.

Also sind wir nun hier angekommen. Beim 24/7 füttern mit der Flasche. Zurzeit pumpe ich noch drei Mal am Tag ab. Drei Mal macht eine Mahlzeit von 150ml, die ich ihr dann ein Mal am Tag dazugebe. Wie lange ich darauf Lust habe und das durchziehen werde, weiß ich noch nicht.

Ich bin enttäuscht und vermisse die schönen Momente mit Alma, als sie an meiner Brust hing. Wenn es bei einem selber nicht klappt, dann ist das nochmal eine ganz andere Sache, als wenn man Freundinnen sagt, dass es ja wohl vollkommen in Ordnung sei, die Flasche zu geben. Aber ja, ich weiß, dass mein Ego so unwichtig ist. Es geht darum, dass es Alma gut geht und ihr ist es vollkommen Schnuppe, ob ihre Milch nun aus der Flasche oder meinem Busen kommt.

Also streiche ich jetzt die Selbstgeißelungen aus meinem Kopf und akzeptiere wie es ist: Kein Thema nämlich. Flaschen geben kann bestimmt genauso #love sein.

 

Wie oft will Alma trinken?

Alma hat nun einen festen Rhythmus, der hoffentlich so bleibt ;).

Um 6:30 Uhr gibt’s eine Flasche … 10 Uhr, 13:30 Uhr, 17 Uhr, 20 Uhr, 23 Uhr, 3 Uhr.

Welche Pre Milch bekommt sie?

Bebevita Pre.

Wie viel trinkt sie pro Mahlzeit?

140 ml. (Sie ist 9 Wochen alt)

Welche Flaschen benutze ich?

Avent Glas- und Plastikflaschen mit dem 1- und 2-Loch-Sauger.

Wie mache ich die Flasche am schnellsten fertig?

Ich koche morgens ein Mal Wasser ab und lasse das kalt werden. Außerdem befülle ich eine Thermoskanne mit heißem Wasser. Wenn es schnell gehen muss, mische ich aus kalt und warm die richtige Temperatur zusammen. Pulver drauf. Fertig.

Wir haben aber auch den Flaschenwärmer von Nuk, der die Flasche in ein paar Minuten auf die richtige Temperatur (37 Grad) kühlt und hält. Dort steht meistens ein Fläschchen (ohne Pulver) drin.

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

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