Geburtsbericht – Teil 1

Ich möchte mit den kommenden Zeilen keine Angst machen, daher nehme ich das Ende vorweg: Ich hatte eine tolle Geburt und möchte euch bestärken an euch zu glauben. Lest meinen Bericht bis zum Ende und nehmt jede Zeile als Erfahrungsbericht. Wenn du in meiner Haut gesteckt hättest, hättest du es vielleicht ganz anders erlebt, vielleicht schlimmer, vielleicht besser. Was hier und heute zählt, ist, wie es für mich – für uns als Familie –  war und davon berichte ich euch. Also geht mit Respekt an meinen Text und mit Abstand, denn eure Zeit, eure Geburt wird ein ganz anderes, tolles, für euch entscheidendes Erlebnis werden. Und nun, viel Spaß:

Und da liegt sie neben mir und ich habe keine Ahnung, wie das passiert ist. Die Schwangerschaft, die Geburt… alles scheint so weit weg. Meine Erinnerung schon fast verschwommen, schaue ich Alma an und beobachte, wie ihre Unterlippe im Schlaf hin und her wippt. Mein Mädchen. 40 Wochen in meinem Bauch. Gestrampelt und getreten hat sie mich, ich habe ihren kleinen Fuß durch meine Bauchdecke gespürt und ihren Schluckauf jedes Mal genossen. Und dann liegt sie dort, ein echter Mensch, ein kleines neues Leben. Es ist wirklich verrückt und unvorstellbar, dass du, Minialma, meine Tochter bist.

Doch das ist sie. Ich habe Alma auf die Welt gebracht und ihr damit versprochen immer für sie dazu sein und alles zu geben. Alles geben wollte und habe ich auch bei ihrer Geburt – unserer Geburt. Der erste Lebensabschnitt für sie und ein nächster – der bedeutendste – für mich. Am 23.09 war ich auf einmal eine Mommy und das so unerwartet und plötzlich. Voller Sorge und Vorfreude brachte ich Alma um 21.53 Uhr auf die Welt nach kurzen, aber umso heftigeren, sechs Stunden Arbeit.

Samstag, der 23., ich bin zwei Tage über dem errechneten Geburtstermin und muss zur Vorsorgeuntersuchung ins Krankenhaus. Routine. Auf dem Weg dorthin überlegten Hörby und ich im Auto, welcher der wohl beste Weg ins Krankenhaus wäre, wenn es dann doch schnell gehen müsste. Wir waren froh, dass wir den anderen Weg ausprobiert haben, da der uns für den Ernstfall kürzer vorkam. Ich freute mich auf den Termin, da ich hoffte, dass die Ärzte mir sagen könnten, wann es losgehen würde – wenigstens eine Tendenz. Da ich doch schon wieder Wehen hatte, keine schlimmen Wehen, solche, wie die letzten Wochen schon häufiger vorgekommen sind.

Am Krankenhaus angekommen, gingen Hörbs und ich Arm in Arm in Richtung Kreißsaal. Ich drückte ihn ganz fest und scherzte, wie schön es doch wäre, wenn wir das Krankenhaus mit Kind verlassen würden. Zu dem Zeitpunkt war es für mich mehr als undenkbar, dass 10 Stunden später unsere Tochter auf meinem Arm liegen wird.

Das CTG lief schon eine ganze Weile. Eine Stunde war geplant, doch die Hebamme verlängerte auf weitere dreißig Minuten. Sie sagte, dass man meine Wehen auf dem CTG sieht, aber nicht nur das, sondern auch ein starkes Rambazamba unseres Kindes. Alma hatte anscheint kein Bock mehr auf die stickige Luft dort drin und wollte allen zeigen, dass sie dann doch bereit wäre. Nach weiteren dreißig Minuten war die Hebamme dann nicht mehr so entspannt wie man Anfang. Almas Herztöne reagierten auf meine Wehen und fielen ab. Also musste ich zur Ärztin. Diese war entspannt und machte nicht den Eindruck, als ob es ein Problem geben würde. Nach ihrer Untersuchung sagte sie mir, dass sie mich gerne stationär aufnehmen würden. Auf meine Frage wie lange denn, erwiderte sie „na, bis ihr Kind da ist!“ Stopp! Das geht mir zu schnell. Jetzt soll sie auf einmal kommen? Sind meine Wehen stark genug? Ich war perplex und das erste Mal verängstigt, aber trotzdem brodelte eine Vorfreude in mir auf. Die Ärztin erklärte mir, dass sie mich Einleiten lassen möchte, da es besser wäre, wenn unser Baby bald zur Welt kommen würde. Ich nickte natürlich ab.

Also wieder ans CTG und abwarten. Um 16 Uhr kam die Chefärztin mit ein paar Unterlagen, die ich unterschreiben musste, sowie einem Tampon in das Vorwehenzimmer. Sie erklärte mir, dass sie mir das Tampon einführen würde und durch das Medikament in dem Tampon meine Wehen stärker werden. Ich hatte keine Ahnung, welche Einleitungsmethode denn die Beste wäre, vertraute der Ärztin und willigte ein. Ich war trotzdem beunruhigt und fragte nach, ob es sein kann, dass ich nun schnell starke Wehen bekomme – einen Wehensturm – man hört ja immer viel über solche Horrorstorys. Sie beruhigte mich und versicherte mir, dass es noch einige Zeit dauern wird und sie nicht glaube, dass sie die Geburt noch mitbekommen wird. Ihre Schicht ging noch 17 Stunden. Ok.

Wir hatten 16 Uhr als mir das Tampon eingeführt worden ist. Um 16.15 Uhr ging es los. Ja, ihr lest richtig. Aus den „ach, das dauert“ wurden 15 Minuten. Und Vollgas. Ohne Vorwarnung mit voller Wucht waren sie da. Wehen, die mir meinen Unterleib zerrissen haben. Im drei Minuten Takt. Ich war nach einer halben Stunde schon fix und fertig und dachte mir dort zum ersten Mal „ich kann nicht mehr“. Unsere Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs hatte uns erklärt, dass man kurz vor Schluss denken würde, dass man nicht mehr weitermachen kann. Na super, das geht ja gut los.

 

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

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