Die Sache mit dem Geld verdienen

Lange schiebe ich diesen Beitrag schon vor mir her. Doch je mehr Fragen von euch aufgekommen sind, desto mehr wird mir bewusst, dass ich mich endlich an diesen Artikel setzen muss. Und ja, auch ich hätte mich vor ein paar Wochen über Einblicke zum Thema Elternzeit, Elterngeld und Selbstständigkeit gefreut. Also bekommt ihr nun eine Vorstellung meines nächsten Jahres. Das erste Jahr mit Baby und meiner Entscheidung arbeitsfrei zu machen – ich kann vorwegnehmen: Es ist und wird nicht einfach, wer also auf aufmunternde Worte erwartet – sorry.

Ende 2015 habe ich mein Studium abgeschlossen und mich ab 2016 in den Wahnsinn freiberufliche Journalsitin*/** gestürzt. Da ich aber nicht ganz so cool bin wie ihr jetzt denkt, war es mir viel zu unsicher, nur von meinen freien Jobs zu leben. Daher habe ich meine Stunden basierte Stelle in einem Buchverlag (Schwerpunkt Ernährung) zu einer Teilzeitstelle ausgeweitet und kann mit diesem Geld problemlos alle Fixkosten im Monat decken. Meine Aufgaben? Ich recherchiere Buchthemen und entwickle Marketingstrategien. Suche Kontakte, vernetze und platziere Werbung in unseren neuen Medien. Ich kümmere mich um Social Media und gestalte. Also alles, was so ein Medienfutzi in seiner Ausbildung gelernt hat. Das tolle an meinem Job ist: Ich kann meine Teilzeitstelle komplett von Zuhause erledigen.

*Was ist eigentlich mein Job?

Ich habe mich auf den Bereich Food spezialisiert. Ich berichte aus, teste und empfehle Restaurants. Stelle Kochbücher vor. Lerne von Köchen, entwickle Rezepte und ja, ich esse gerne.

 **Was habe ich für eine Ausbildung gemacht?

Nach einer schulischen Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin, habe ich an der Akademie für Mode und Design Mode-Journalismus und Medienkommunikation studiert. Mich hat der Bereich „Mode“ aber ziemlich abgenervt, also habe ich meinen Fokus einfach ein wenig verändert und die textile Mode zu meiner kulinarischen Mode ernannt.

Freiberuflich zu arbeiten war für mich immer schon ein großer Wunsch, da es mir davor graute, in ein Büro zu fahren und in einen Drehsessel zu pupsen. Der Gedanke, dass ich mir meine Jobs mehr oder weniger aussuchen kann und speziell für Themen gebucht werde, die mir besonders gut liegen, hat mir sehr gut gefallen. Und was soll ich euch sagen, es ist wundervoll und ich möchte es nicht missen. Natürlich hat alles seine Vor- und Nachteile. Mein Telefon oder Mail-Postfach klingelt leider nicht unentwegt, um mich mit Jobs zu bombardieren, meine Laune sinkt auch ganz oft auf den Gefrierpunkt, wenn ich schon wieder Wochenlang auf eine Rechnung warte oder meine Steuer machen muss.  Ich bin es auch oft Leid, Klinken zu putzen und mich anzubieten. Aber hey, das gehört alles dazu.

Ich habe in meinem Studium schon angefangen meine Kontakte zu pflegen, mich Online-Magazinen vorzustellen und meine Arbeit für umsonst anzubieten. Klar war: Ich möchte in meinem Bereich gut werden. Wenn mich noch keiner kennt, kann ich aber nicht viel verlangen. Der einfachste Weg ist also erstmal bekannt zu werden und Arbeitsproben zu sammeln. Ein halbes Jahr gab es meine Schreibe für lau. Blogs und Online-Magazine haben meine Beiträge veröffentlicht und so kam es dazu, dass auf einmal mein Telefon geklingelt hat und ich gebucht wurde. So richtig, für Geld. Das war für mich der Punkt, an dem ich entschied, nichts mehr für umsonst zu machen. Denn bei dem einem Medium Geld verlangen und beim anderen wiederum nicht, machte für mich keinen Sinn.

Und so unterschrieb ich einen Vertrag bei Kabel1. Ich durfte anfangen für verschiedene Print-Magazine zu schreiben und Zeit-Online klopfte an. So verging mein erstes Jahr Selbstständigkeit ziemlich erfolgreich und abgesehen davon: lecker! Denn meine Hauptaufgabe war es im ganzen Jahr Restaurants zu testen.

Und dann wurde ich schwanger. Klar war: Lokale testen, Wein trinken, rohen Fisch essen ging jetzt nicht mehr. Also musste etwas Neues her und ich konnte mich endlich dazu durchringen mein eigenes Ding zu starten – mamaaempf. Und ja, das hier ist nicht nur Spaß, sondern wird mehr und mehr zum Job. Mein Fokus Food verschwand nach und nach immer mehr. Dafür wurde die Schwangerschaft zu meinem Steckenpferdchen. Kurzer Spoiler: Bald kriegt ihr hier beides – Familienglück und Esserei. Seid gespannt!

Im Laufe meiner Schwangerschaft musste ich mir darüber Gedanken machen, wie mein kommendes Jahr aussehen soll. Wo ich doch alles selber gestalten kann und mich in meinem Job kreativ auslebe, dürfte es ja kein Problem sein, weiterhin freiberuflich mit Baby zu arbeiten. Also war mein Plan mit meiner Teilzeitstelle in Elternzeit zu gehen (denn das mit einem kleinen Baby zu vereinbaren, war für mich immer weiter weg). Schreiben für meine monatlichen Magazine und für den Blog wollte ich aber trotzdem. Abgesehen davon, dass es mir Spaß bringt, ist es finanziell notwendig, noch etwas zu meinem Elterngeld dazu zu verdienen.

Pustekuchen. Mir wurde von der Beratungsstelle geraten Hartz IV zu beantragen. Wäre schlauer als Elterngeld zu nehmen und parallel frei zu arbeiten. Ja, es gibt das Elterngeld-Plus. Aber auch das kam für uns nicht in Frage. Ich möchte und kann hier jetzt nicht genauer in Detail gehen, jedoch kann ich euch sagen, dass mir die Wahl zwischen drei Möglichkeiten gelassen worden ist:

 

  1. Ich nehme Elternzeit und arbeite frei weiter. Alles was ich in meinem Jahr Elternzeit dazu verdiene, wird mir gegen mein Elterngeld gerechnet. Und zwar so stark, dass ich gleich gar kein Geld verdienen brauche.

  2. Ich nehme keine Elternzeit und arbeite ganz normal weiter und brauche mir finanziell keine Gedanken zu machen.

  3. Ich nehme Elternzeit und arbeite nicht mehr freiberuflich. Muss in diesem Jahr auf mein Erspartes zurückgreifen.

 

Ich habe mich für die dritte Variante entschieden. Natürlich kann man den ein oder anderen Trick einbauen. Ihr fragt euch warum es mamaaempf noch gibt? Weil nun Hörby der Inhaber ist. Ist doch klar – unser kleiner Familienblog ;-).

Also muss ich mich nun das nächste Jahr einschränken, denn mein Elterngeld ist ein Witz. Als Freiberufliche (auch wenn es mit einer Teilzeitstelle gesplittet ist) wird das Elterngeld von dem vorherigen Kalenderjahr berechnet. Wir sprechen von dem Jahr 2016 an dem ich Angefangen habe zu arbeiten, dass mein Gehalt da noch nicht so rosig ausgesehen hat, wie im kommenden Jahr, kann man sich vorstellen.

Meine Kontakte und meinen Namen muss ich versuchen weiter aufrecht zu erhalten, denn das Jahr geht schneller rum als ich gucken kann. Und dann, das ist mir super wichtig, möchte ich wieder voll dabei sein. Möchte weitermachen und meine Leidenschaft ausleben. Toll ist, dass ich mein Baby mit meinem Job verbinden kann, mein Leben (soweit ich das möchte) verkaufe und mir meine eigene berufliche Welt schaffe. Das konnte ich vor der Schwangerschaft und das werde ich auch danach. Und auch hier hat alles wieder Vor- und Nachteile. Für mich ist es so aber der richtige Weg.

Ich habe einen guten Kompromiss gefunden. Ich werde ein Jahr Auszeit genießen. Werde meinen Job zurückschrauben. Verzichten. Dafür Zeit für mein Kind haben und diese total genießen. Nach einem Jahr pendeln wir uns neu ein und werden auch das wuppen.

Schade finde ich, dass es uns so schwierig gemacht wird. Uns Frauen, die arbeiten wollen – trotz Baby. Es muss doch eine Möglichkeit geben, wie man das unter einen Hut bekommt?! Aber so ist es nun. Ich werde die Welt heute nicht mehr retten können.

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

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