Das letzte Mal…

Wahnsinn wie viele erste Male ich in den letzten Monaten hatte. Das erste Mal einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten, das erste Mal das Herz meines Kindes hören, das erste Mal ein Zappeln spüren, das erste Mal richtige Angst bekommen, das erste Mal Wehen spüren, das erste Mal merken, dass da wohl etwas in meinem Leben passiert, was viel wichtiger ist, als alles was bis jetzt geschehen ist.

Und so habe ich jedes erste Mal mehr oder weniger genossen, manche ersten Male auch erst im Nachhinein. Meine Sorgen und Ängste, die auf einmal aufgekommen sind, musste ich erstmal kanalisieren, um sie deuten zu können. Und so bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass jede Angst der Gegenpol von Liebe ist – das finde ich wunderbar! Also kann ich sagen, toll war es – die letzten 40 Wochen! So aufregend und unerwartet, unvorhersehbar. Nun sind sie vorbei, also fast, vielleicht sind sie es schon, wenn ich diesen Beitrag hochlade, denn ich befinde mich im totalen Endspurt. Unser Kind kann sich jeden Moment dazu entscheiden, auf die Welt kommen zu wollen und mich so, wirklich unwiderruflich, zu einer Mama zu machen. Mit der großen Freude ziehe ich auch ein wenig Wehmut hinter mir her. Wo es sich doch auch nach Abschied anfühlt. Abschied von meinem bisherigen Leben, das schön ist, frei und bis vor 40 Wochen sehr egoistisch. Und so komme ich zu meinen letzten Malen, die immer wieder auftreten, wahrscheinlich mehr in meinem Kopf als in Wirklichkeit, denn alles ist temporär. Doch mache ich mir bei vielen Dingen Gedanken darüber, dass es das vorerst letzte Mal sein wird und werde ganz emotional…

Bei Hörby eingehakt, flüstere ich ihm dann ab und zu ins Ohr, dass wir bald, ganz bald zu dritt sind, und ich jeden Moment mit ihm alleine noch so sehr genieße. Der Kinobesuch, der Spaziergang am Hafen, sogar die Momente in denen ich schnell aus dem Auto springe um in fünf Minuten die wichtigsten Dinge im Supermarkt einzukaufen, werden zum „ach, ein letztes Mal“. Und so bereite ich mich ganz bewusst darauf vor, dass alles anders wird. Bestimmt viel schöner und erfüllter, aber in erster Linie: anders. Mit einem Menschen an meiner Seite, der immer an erster Stelle stehen wird. Einem Menschen, den meine Partnerschaft splitten wird und das ohne jegliches zögern. Fremd fühlt sich dieses Gefühl zurzeit an, in dieser Zeit, wo alles noch nicht greifbar, aber so nah dran ist.

Und so lege ich mich jetzt ins Bett, lese vielleicht das letzte Mal für lange Zeit in Ruhe für mich ein Buch, gehe danach vielleicht ein letztes Mal für lange Zeit in Ruhe in die Badewanne und habe danach das letzte Mal ohne Kind im Haus Kuschelzeit mit meinem Freund. Vielleicht. Vielleicht dauert es auch noch eine ganze Weile und vielleicht wird mir diese Ich-Zeit in ein paar Tagen, wenn sie neben uns liegt, für immer total egal sein.

Klar ist, dass ich gerade viel Zeit habe, viel Zeit für letzte Male und bereit für ein nächstes erstes Mal mit dir kleine Sonne. Also mach dich so langsam auf den Weg!

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

4 Kommentare zu „Das letzte Mal…“

  1. Das hast du so schön in Worte gefasst! Ich wünsche euch eine schöne Zeit, genießt die kommenden Tage in vollen Zügen! Seien es die letzten letzten Male oder die folgenden ersten Male zu dritt 😊

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