Sei ruhig ne Flasche, wenn die Brust nicht geht!

Jetzt komme ich hier auch noch mit diesem elendigen Thema um die Ecke… Das Thema Stillen. Nach der Geburt und dem Wochenbett ein weiteres großes Fragezeichen jeder Schwangeren. Ein Fragezeichen, weil keine so wirklich weiß, ob es funktionieren wird und was ist, wenn nicht. Doch auch hier ist das Phänomen zu erkennen, dass jeder besser Bescheid weiß und die eigene Einstellung, die man sich bezüglich des Themas gebildet hat, unaufgefordert kommentiert. Also werden uns Schwangeren unzählige Ausrufezeichen entgegengeworfen und wir müssen entscheiden, ob wir sie annehmen oder wieder zurückschleudern.

Klar, jeder von uns weiß, dass Muttermilch toll, oder sogar das Beste für unser Kind ist. Sie ist dafür da, das Immunsystem zu stärken, bringt die besten Nährstoffe fürs Baby, ist sehr nahrhaft und Stillen stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind. Mal ganz davon abgesehen, dass Stillen quasi umsonst ist und einiges an Arbeit erspart. Doch was ist wenn eine Frau nicht stillen kann? Nicht stillen will? Die bösen Mamazombies beschimpfen sie dann gleich als schlechte Mutter. Abfällige Blicke sind Alltag, wenn die Flasche gereicht wird und Hashtags rund ums Breastfeeding setzen nicht nur mich unter Druck.

Denn auch hier ist es nicht klar, ob es funktionieren wird – das Stillen. Vor ein paar Jahren habe ich mir aus medizinisch sinnvollen und ästhetischen Gründen meine Brüste machen lassen. Das volle Programm. Brustverkleinerung, Bruststraffung inklusive Brustwarzenversetzung. Vor der Operation wurde ich natürlich darüber aufgeklärt, dass dieser Eingriff das Ende einer noch weit in der Zukunft liegenden Stillkarriere sein könnte. Und ganz ehrlich: In diesem Moment war das echt mein kleinstes Problem. Jetzt jedoch mache ich mir schon Gedanken. Ich bereue meine damalige Entscheidung nicht, auf keinen Fall, aber trotzdem wäre es mein Wunsch, mein Kind mit meiner Brust füttern zu können.

Aber was soll`s. Ich brauche mich jetzt nicht verrückt machen, denn soll ich euch was sagen? Entweder es klappt, oder auch nicht. Wie glücklich können wir uns schätzen, dass wir die Möglichkeit haben, unsere Kinder auf verschiedenste Wege satt zu bekommen. Denn sein wir doch mal ehrlich… Was wäre die Alternative, wenn z.B. aus meinen Brüsten keine Milch kommen würde? Mein Kind verhungern lassen? Dann füttere ich es doch lieber mit der Flasche!

Und es ist genauso in Ordnung, wenn ich mich von vornherein entscheiden würde, es nicht zu probieren. Ich bin mir sicher, dass jede Mama versucht, ihr Bestes zu geben. Und wenn sie es nicht tut, dann merkt sie es früher oder später doch selber. Es ist jedoch bestimmt nicht die Aufgabe von anderen, über ihre Entscheidungen zu urteilen.

Kurze Info am Rande, für all die unter euch, die vor dem gleichen Problem Burstwarzenversetzung und Stillen stehen: Bei dieser Operation werden die Milchkanäle beschädigt, so kann es sein, dass nicht mehr alle bis keiner mehr funktioniert und die Milch somit nicht ihren Weg aus der Brust finden kann. Die Chancen stehen hier bei 50%. Ich habe mich natürlich ausreichend Informiert und mir wurde gesagt, dass das Stillen auch mit einer Brust klappt. Wenn somit nur eine Brust beschädigt wäre, könnte das Kind ausschließend aus der einen trinken (mit Zufütterung oder ohne). Die andere Brust versteht anscheinend, dass aus ihr nichts rauskommt und produziert keine Milch mehr. Bedeutet nur, dass es in der Stillzeit eine sehr große und eine kleine Brust gibt. Aber sei es drum.

Ich bin übrigens guter Dinge, dass es bei mir klappen wird, denn ich habe schon seit einigen Wochen Milchreste in meinem BH. Zuerst nur links und ein paar Wochen später kam die rechte Seite dazu. Ich habe mich gefreut, wie ein kleines Kind, als ich diese komische orange Vormilch angetrocknet in meinem Brusthalter (haha, wir sollten öfters Wörter ausschreiben) vorgefunden habe. Es war für mich ein Zeichen, dass ich guter Dinge sein kann und in Zukunft 100-200 Euro mehr im Monat zur Verfügung habe, Babyklamotten zu kaufen ;). Und wenn es nicht so ist, dann werde ich unserer kleinen Sonne mit voller Hingabe die Flasche geben, sie dabei trotzdem mit Liebe überschütten und allen Leuten, die mich doof angucken werden, den Mittelfinger zeigen!

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Baldmama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

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