Milch braucht das Kind! – nicht unbedingt.

Lasst uns wieder lernen Dinge ernst zu nehmen, die ernst zu nehmen sind. Durch den Überfluss von Unverträglichkeiten und Möchtgernwehwehchen bleibt das Wesentliche oft auf der Strecke. Das sollten wir unbedingt vermeiden. 

Was ich wirklich gar nicht abkann? Wenn mir Mütter erzählen, welche Krankheiten ihre Kinder haben. Es gibt da ja so Extremfälle, die es mir leider sehr schwer machen, jegliche Wehwehchen ernst zu nehmen. Ihr kennt die Mamis wahrscheinlich alle: Bitte achtet darauf, dass mein Kind keine Nüsse, Erdbeeren, Salze, Fisch, Fleisch, Gluten und ach am liebsten gar kein Obst zu sich nimmt. Ok – einverstanden! Denn sonst? Laut der Mamas fällt das Kind sofort bewusstlos um. Versteht mich nicht falsch, es gibt immer und überall Ausnahmen. Kinder die wirklich krank sind, besonders behandelt werden müssen und auf vieles stark allergisch reagieren. Genauso wie die Kinder, die durch eine Krankheit ein schlechtes Immunsystem haben und daher anfälliger sind. Gibt es alles. Aber bitte, es kann nicht unser Anspruch sein, unseren Kindern einzureden, dass sie von vornherein vor allem Angst haben müssen und mehr krank als gesund sind.

Habt ihr es schon vermisst – mein Wort zum Sonntag (oder in diesem Fall zum Freitag)? Ich möchte ja nicht immer die Moraltante spielen, aber das muss doch mal gesagt werden. Wichtig ist mir aber, dass wir differenzieren und alle ein Bewusstsein dafür entwickeln, wann es notwendig ist, unser Kind zu schützen, auf gewisse Lebensmittel zu verzichten und die Menschen um uns herum zu sensibilisieren.

In unserer Welt gibt es unendlich viele Allergien und Unverträglichkeiten, die wir uns angezüchtet haben.  Ich kenne inzwischen mehr Menschen, die auf gewisse Nahrung bewusst verzichten, als welche, die alles essen. Vegan und glutenfrei ist schon lange kein Trend mehr. Mein Credo, ihr kennt es, lass es alle so machen, wie sie möchten, solange sie mich damit nicht belasten. Auch wenn es meiner Meinung nach selten Sinn macht, sein Kind von Anfang an zu lehren, dass die Welt so viele gefährliche, schlechte Sachen für unseren Körper bietet, die für ein kerngesundes Kind wieder lebensnotwenig sind. Es gibt aber, wie oben erwähnt, auch die anderen Kinder. Die, die nicht von Beginn an in einer geschützten Blase eines gesunden Immunsystems aufwachsen und auf die besonders geachtet werden sollte.

Und nun kommen wir zum eigentlichen Thema meines Beitrags: Ich möchte euch auf ein Thema aufmerksam machen, das für viele noch unbekannt scheint und dem so viel mehr Beachten geschenkt werden sollte. Denn in den letzten Jahren ist es vermehrt zu dem Fall dieser Erkrankung gekommen, die ausnahmsweise mal wirklich ernst genommen werden darf. Die Milcheiweißallergie (KMPH).

Drei von 100 Kindern erkranken im ersten Lebensjahr an dieser Allergie. Die meisten Kinder werden krank, wenn sie Beikost zugefügt bekommen, jedoch auch manche von Beginn an, denn auch Stillen kann in diesem Fall bei diesen Kindern aufs Immunsystem gehen und die Allergie ausbrechen lassen. Die Babys reagieren in diesem Fall auf das Kuhmilcheiweiß, das sie über die Muttermilch aufnehmen. Eine Kuhmilcheiweißallergie ist eine Nahrungsmittelallergie, bei der das Immunsystem des Babys allergisch auf das Eiweiß der Kuhmilch reagiert. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob euer Baby darunter leiden könnte, könnt ihr unter diesem Link einen Check machen.

Anders als viele von euch jetzt denken könnten, hat die KMPH nichts mit einer Lactoseintoleranz zu tun, die als Trendkrankheit in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Eine Lactoseintoleranz ist wirklich sehr selten bei Babys und entwickelt sich frühestens im Alter von 4-6 Jahren. Obwohl die Kuhmilcheiweißallergie also viel mehr verbreitet ist als alle anderen Allergien, kennen sie so wenige. Ihr solltet viel mehr darauf achten, ob eure Babys vielleicht unter den folgenden Symptomen leiden und dann bitte handeln, denn diese Form der Allergie kann echt gefährlich werden. Symptome wären: Hautauschlag, Durchfall, anhaltender Husten, Nesselsucht, Koliken, Atemgeräusche, Schlafprobleme… und zuletzt der anaphylaktische Schock, den ihr, so hoffe ich, nicht erleben müsst. Hier könnt ihr mehr zu den Symptomen lesen.

Wenn du Symptome einer Kuhmilcheiweißallergie bei deinem Baby entdeckst, solltest du zum Arzt gehen und es dort untersuchen lassen, denn nur dieser kann dir Genaueres sagen. Falls eine Gefahr besteht, werden jegliche Milcheiweiße aus der Ernährung des Kindes (und wenn du noch stillen solltest auch aus deinem Ernährungsplan) gestrichen. So sollte eine Besserung eintreten. Falls nicht, gibt es auch noch andere Methoden. Zwar im ersten Moment ein schwacher Trost, aber die meisten Kuhmilcheiweißallergien verschieden wieder und sind nur temporär in den ersten Lebensjahren nervige Begleiter.

Falls euer Baby eine solche Allergie hat und ihr nicht handelt, werden alle Beschwerden immer mehr und ihr gefährdet die Gesundheit eures Kindes enorm.

Ihr fragt euch sicherlich, wieso ich meinen Artikel so drastisch begonnen habe und nun ins komplett andere Extrem geschwappt bin. Ich kann es euch sagen:

Es gibt Krankheiten, die wirklich ernst genommen werden sollten und jeder, wenn er von diesen hört, darauf achten sollte, kein Risiko einzugehen. Besonders Krankheiten, die noch nicht allzu bekannt sind, sollten mit doppelter Vorsicht wahrgenommen werden. Leider wird jedoch durch Hypochonder so vieles nicht mehr ernst genommen – übrigens auch von mir. Sodass wir im Ernstfall nicht wirklich unterscheiden können, ob nun wirklich eine Gefahr besteht.

Ich finde, wir sollten uns alle besser aufklären und ein größeres Bewusstsein für Krankheitsbilder bekommen. Lasst uns unsere Kinder doch erstmal Kinder sein und die Welt, die Nahrung und alles andere entdecken und lieber einmal mehr hingucken und beobachten, wie es ihnen geht. Bei Auffälligkeiten sollten wir handeln und uns nicht scheuen, unserer Umwelt bewusst zu machen, dass sie bitte besonders auf unser Baby achten sollte. Aber halt auch nur dann, denn sonst kann es sein, dass eine von zehn Frauen, die in der Kita unser Kind betreut, doch mal ein Glas Milch reicht.

Falls ich euch neugierig gemacht habe und ihr mehr zum Thema Kuhmilcheiweißallergie lesen möchtet, schaut mal hier vorbei: Kuhmilcheiweißallergie

In Kooperation mit NestleHealthSience 

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

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