Eine volle Hose ist nicht immer eine volle Hose

Und nun liege ich hier. Morgens um 6 Uhr mit ganz müden Augen, einem warmen Kakao in der Hand und einem trampelnden Baby im Bauch. Dieser Satz ist eigentlich ziemlich irrelavant für die kommende Geschichte, aber ich wollte unbedingt das trampelnde Baby erwähnen. Also gut spulen wir zwei Tage zurück…

Komischerweise war ich nicht besonders aufgeregt. Ich habe die letzten Tage ja mehr als genug von unserer Sonne mitbekommen. Versteht mich nicht falsch, kein Tritt ist „genug“, aber ich weiß, dass es unserem Kind gut gehen muss. Ich weiß es einfach. Es war Montag, der erste Tag nach unserem Urlaub und der zweite große Ultraschall stand an. Vielleicht könnt ihr euch noch an die Nackenfaltenuntersuchung erinnern? Das war die erste große Untersuchung.

In einer Schwangerschaft werden zusätzlich zu den herkömmlichen Frauenarztterminen drei Untersuchungen empfohlen. Die zweite Untersuchung hatten wir also heute – die Feindiagnostik. Hier wird festgestellt, ob alles dran ist, das Herz richtig schlägt, das Gehirn gut aussieht. Der Rücken geschlossen und die Oberlippe ohne Spalte zu erkennen ist. Es werden die Knochen und das Fruchtwasser ausgemessen. Die Position und Bewegung des Kindes untersucht. Und natürlich geguckt, ob es nun einen Schniedel hat oder nicht.

Erst mal zu den wichtigen Dingen: Unserem Baby geht es hervorragend. Alle Werte liegen im totalen Normalbereich und es ist für die 22. Schwangerschaftswoche ausreichend entwickelt. Das Fruchtwasser sieht gut aus. Meine Luke ist dicht und es fällt nicht unten raus. Die Herztöne sehen einwandfrei aus. Puh. Auch wenn man davon ausgeht, dass alles gut verläuft, ist es doch trotzdem eine Erleichterung, es bestätigt zu bekommen.

Jetzt konnte mich nichts mehr aus der Bahn werfen. Wo wir doch bis jetzt von drei Ärzten gehört haben, dass unsere Sonne wahrscheinlich ein Junge sein wird. Zwar wollte es uns keiner zu 100% bestätigen, aber es sah immer wieder danach aus (wir haben sogar selber so etwas wie einen Hoden gesucht und gefunden). Seit zehn Wochen bereiten wir uns auf einen kleinen Jungen vor. Sein Name stand schon von Anfang an fest: unser kleiner #littleB. Auch wenn es mein Vorsatz war, nur beige, weiße und graue Babyklamotten zu kaufen, ist ziemlich viel blau eingezogen und die Vorstellungen von klischeehaften was-werde-ich-mit-einem-Jungen-für-ein-Leben-führen-Gedanken wurden komplett ausgelebt.

Ihr könnt euch sicher denken, was jetzt kommt. Da liege ich vor der großen Leinwand. Der Arzt setzt das Ultraschallgerät auf, ich erzähle noch, dass wir so wie es aussieht einen männlichen Nachkommen erwarten. Unser Arzt lächelt müde, macht ein Standbild von dem Bereich zwischen den Beinen des Babys und tippt in großen grünen Buchstaben „Mädchen“ daneben. Und da soll mal einer sagen, mich sieht man nie sprachlos. Der Papa strahlte von links nach rechts, ich musste ihn dreimal fragen, ob das ein Scherz sei, und habe mich sofort bei unserer Sonne für die doch sehr männliche Namenswahl entschuldigt, mit der wir SIE natürlich die letzten Wochen angesprochen haben. Hoffentlich wird #littleB nicht ihr Spitzname!

Hörby (für alle die verwirrt sind, sein eigentlicher Name ist Dennis, aber jeder nennt in Hörby – also werde ich das ab jetzt auch hier so machen) hat sich unglaublich gefreut, dass wir nun Eltern einer Tochter sind. Denn in seiner Familie gibt es bis jetzt nur Männer. Und mit nur, meine ich nur. Wahnsinn, wir brechen den Fluch! Die Großeltern sind komplett ausgeflippt, als wäre ein Mädchen noch toller als ein Junge. Versteh ich nicht. Den Gedanken ab nun an einen kleinen Hörby an meiner Seite zu haben, hat mir gefallen. Der Gedanke, dass aus klein Hörby jetzt klein Nina geworden ist, macht mir noch ein wenig Angst – da Hörby auf jeden Fall der Vernünftigere von uns beiden ist. Man wird immer mit seinen eigenen Waffen geschlagen, heißt es doch oder? Ab nun an werde ich alles wiederbekommen, was ich als kleines Kind bis hin zur pubertierende Oberzicke angestellt habe. Ich freu mich drauf!

Die Namenswahl ist leider echt superschwierig. Wie oben erwähnt, waren wir uns bei einem Jungen ziemlich schnell einig. Ein Mädchen ist da um einiges schwieriger und, dass alle immer mitreden wollen, macht die Sache auch nicht besser. Kennt ihr das auch? Ich bin schon so genervt, dass wir es vielleicht bis zur Geburt komplett für uns behalten werden – also wenn wir uns dann mal entschieden haben.

Bis dahin tippe ich weiter drauf los und berichte euch von unserem schwanger-sein-Leben. Wenn ich könnte, würde ich jetzt gerne mit euch auf alle Frauen dieser Welt anstoßen. Wir bekommen eine dazu! Team Rosa ole!

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Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

9 Kommentare zu „Eine volle Hose ist nicht immer eine volle Hose“

  1. Meine Güte…Du machst mir jetzt ein bisschen Angst – bisher heißt es bei uns auch immer: Team Junge und die Omas waren happy endlich mal „farbliche Sachen“ kaufen zu können. Die große Untersuchung steht bei uns erst Ende des Monats fest… Nicht dass sich das auch nochmal ändert… Lach* bei uns war es genau umgekehrt… Mädchenname stand sofort, Jungenname hat doch etwas länger gebraucht… Ich freu mich natürlich riesig für euch! Und nen Mädel darf ja auch mal blau tragen 😉 alles Gute weiterhin!

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      1. Fast schon vergessen… Ich wollt dir ja eine Rückmeldung geben. Also es bleibt bei einem Jungen. In der großen Untersuchung war alles Bestens…Nur hatte der kleine Herr mal wieder keine Lust und wir wurden ohne Foto entlassen 😉 das kennen wir aber bereits und nehmen deswegen die Untersuchung mit dem Handy auf. Jetzt besitzen ihr immerhin ein Video auf dem er auch noch gähnt 😁 wer hat sowas schon. Ende des Monats steht bei uns der nächste Termin an… Dann auch der 3D Ultraschall. Ich bin schon so gespannt.

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  2. Wir haben den Namen damals auch niemanden verraten… es gibt sonst ja doch jeder seinen Senf dazu und versucht, den Favoriten schlecht zu reden wenn er ihm nucht gefällt. So konnten alle nach der Geburt nur noch sagen, wie schön der gewählte Name doch ist 😉

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  3. Hallo, ich musste mir beim lesen das Lachen verkneifen. In der 22. Schwangerschaftswoche erhielten wir die Nachricht, dass wir ein Mädchen bekommen würden. 3 Wochen vor der Geburt war unser Mädchen aber plötzlich ein Junge. Wir haben sogar das passende Ultraschallbild dazu. Unser erster Gedanke…..wie soll es nun bloss heißen? Dann kam die Geburt…… und Hurra welch eine Überraschung es war doch ein Mädchen!!!

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