Hundescheiße überall

Als Foodjournalistin wäre es sehr von Vorteil, wenn sich mein Geschmackssinn meinem aktuellen Geruchssinn anpasst. Eigentlich würde man ja von vornherein sagen, dass diese beiden tollen Eigenschaften zusammengehören. Nur jetzt, in meiner Schwangerschaft, hat sich das Ding ein wenig gedreht. Ich schmecke nichts mehr und rieche alles, überall! Meistens schon aus weiter Ferne. Mein feines Näschen hat sich auf etwas ganz klar spezialisiert: Hundescheiße!

Es ist des Öfteren der Fall, dass ich fremde Menschen anspreche, ob sie bitte einmal unter ihre Schuhe schauen könnten, da ich glaube, sie seien in Kot getreten. Ich hoffe, dass sie in Kot getreten sind und nicht selber so riechen, dann wäre es echt unangenehm sie darauf anzusprechen. Obwohl ich mich das schon öfters gefragt habe – ist es eigentlich höflicher, Menschen darauf anzusprechen, wenn sie stinken, oder es einfach zu ignorieren und sie miefen zu lassen? Die Fragen des Lebens… Naja, zurück zum Thema: Es ist echt belastend, wenn man alles immer und überall riecht. Letztens im Auto, auf der Autobahn, habe ich die Gülle drei Kilometer entfernt gerochen und dann 1000 Mal intensiver als sonst. Dazu kam, dass Dennis mich kurz vor der Autobahnauffahrt hingelegt hat. Nicht so wie ihr jetzt denkt. Er hat den Sitz umgelegt, um unbedingt einen kurzen Moment witzig zu sein. War er auch, dann aber musste er meinen starren Blick, grünes Gesicht und die Plastiktüte auf dem Schoß ertragen. Der Güllegeruch hat der Übelkeit das kleine I-Tüpfelchen aufgesetzt.

Natürlich hat so ein guter Geruchssinn auch seine positiven Seiten. Schon vor der Haustür rieche ich, welches Essen es bei den verschiedensten Nachbarn gibt und kann somit schon, bevor ich verzweifelt in unserem Kühlschrank gucken würde, entscheiden, was ich essen will. Das Problem an dieser Sache ist nur, dass ich viel weniger schmecke als vorher. Und wenn ich etwas schmecke, dann ganz anders als sonst. In meinem Stammcafe habe ich letztens zwei Mal hintereinander den Tomaten-Mozzarella-Bagel zurückgehen lassen. Er hat einfach nach Chlor geschmeckt. Nach dem dritten Versuch gab es Käsekuchen. Eine Woche später habe ich das Ganze noch mal probiert und verstanden, dass es nicht am armen Bagel lag, sondern an meinen Geschmacksknospen, die das Pesto für einen Fremdkörper hielten und übrigens weiter halten. Ziemlich unpraktisch in meinem Beruf, wenn einem nur noch Pasta mit Tomatensoße und Avocadobrote schmecken.

Ich gebe in ein paar Monaten gerne meine neuen Fähigkeiten (die einem Trüffelschwein gleichen) ab und werde wieder die alte Nina. Die, die auf alles Hunger hat und mit Hunden und deren Ausscheidungen nicht auf Kriegsfuß steht.

Bin ich alleine hier oder gibt es Leidensgenossinnen? Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch so eine besonders gute Nase in der Schwangerschaft bekommen?

 

Autor: mamaaempf

Mama aempf ist ein Mamablog aus Hamburg. Mama Nina schüttet ihr Herz aus und berichtet von echten Problemen und süßer Freude.

2 Kommentare zu „Hundescheiße überall“

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